Doppelter Stresstest 2021 Warum der Druck auf die Autobranche anhält

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Schon Ende des vorigen Jahres waren die Sorgen in Teilen der Autoindustrie groß – und von Corona war da noch keine Rede. Die Zweifachbelastung aus Pandemie-Folgen und Technologie-Umbruch könnte besonders Zulieferer verheerend treffen. Doch es gibt auch Hoffnung.

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Die Autobranche steckt in einem tiefen Strukturwandel. Den können nicht alle Unternehmen mitgehen.
Die Autobranche steckt in einem tiefen Strukturwandel. Den können nicht alle Unternehmen mitgehen.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Die Einschläge kommen immer näher. Nach einem kurzen Aufbäumen im September fehlt dem Autogeschäft in Europa nach wie vor der Schwung, die Unsicherheit der Verbraucher hält den Absatz der für Deutschland so wichtigen Branche weit unter Vorkrisenniveau.

Sparprogramme mit Stellenabbau mehren sich. Dabei blieb vor allem kleineren Firmen bereits vor der Corona-Krise unter dem Druck der Elektrifizierung und Digitalisierung kaum Luft zu Atmen. Gleichzeitig sind Investitionen in die neue Autowelt überlebensnotwendig. Nun steht der Sektor, an dem allein in der Bundesrepublik direkt und indirekt gut zwei Millionen Arbeitsplätze hängen, vor einem womöglich noch härteren Jahr 2021. Aber Politik und Industrie steuern dagegen.

1. Milliardenhilfen für den Wandel und gegen die Krise: Für den Kauf von Elektro- und Hybridwagen gibt es Prämien, die bis Ende 2025 verlängert wurden. Kurzfristig brauchen jedoch insbesondere Zulieferer Unterstützung. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) legte Eckpunkte für ein Programm vor, das ab Januar den Übergang von Verbrennertechnik zu alternativen Antrieben sowie die Nutzung von Daten im Auto beschleunigen soll. Dafür sollen bis einschließlich 2024 mindestens zwei Milliarden Euro fließen.

Die Digitalisierung in Produktion und Fahrzeug-Vernetzung ist neben der E-Mobilität das zweite Kernthema, bei dem finanzschwächere Betriebe oft nicht Schritt halten können. Ein Zukunftsfonds, in den der Bund eine weitere Milliarde Euro einzahlen will, ist in Vorbereitung. Dieser soll den Wandel in Regionen mit besonders vielen Unternehmen des Wirtschaftszweigs („Auto-Cluster“) abfedern.

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