Flugtaxis Warum andere Märkte für Volocopter interessanter sind als Deutschland

Volocopter ist zwar ein deutsches Start-up. Für seinen Flugtaxi-Dienst wittert das Unternehmen zumindest im Personentransport das große Geschäft aber in anderen Märkten.

Im Personentransport wird sich Volocopter vor allem auf Megacities wie hier im Bild Tokio als Ziemärkte fokussieren.
Im Personentransport wird sich Volocopter vor allem auf Megacities wie hier im Bild Tokio als Ziemärkte fokussieren.
(Bild: Volocopter)

Seinen Hauptsitz hat Volocopter zwar in Bruchsal nahe Karlsruhe. Die lukrativsten Geschäfte für den geplanten Flugtaxi-Dienst wittert das Start-up aber außerhalb Deutschlands. Zumindest, wenn es um den Transport von Personen geht. Daneben arbeitet das Unternehmen beispielsweise auch an Logistik-Drohnen.

Im Rahmen der „Digital Mobility Conference 2021“, die der Digitalverband Bitkom ausrichtete, erklärte Volocopter-Business-Developer Ralf Frisch, dass das Unternehmen stark dazu tendiere, kommerzielle Flugtaxi-Dienste vor allem in Megacities zu launchen.

In Deutschland sei beispielsweise der ÖPNV in Großstädten oft gut ausgebaut. In Städten wie Paris könne es dagegen schon einmal vorkommen, dass man mehrere Stunden vom Flughafen ins Stadtzentrum brauche. Und genau in solchen Fällen wolle man mit seinem Flugtaxi-Dienst eine zusätzliche schnelle und sichere Alternative schaffen.

Laut den Daten-Experten von Inrix war zuletzt regelmäßig München die deutsche Stadt, in der man in Deutschland am meisten Zeit im Verkehr verliert. Im internationalen Ranking lag die bayerische Landeshauptstadt auf Platz 21 der verkehrsreichsten Metropolen. Auf den ersten fünf Rängen lagen Bogota, Bukarest, New York City, Moskau und Philadelphia.

„Je schneller wir autonom fliegen können, desto besser ist der Business Case“

Ziel von Volocopter ist es, möglichst bald vollkommen autonome Flüge anbieten zu können. „Je schneller wir autonom fliegen können, desto besser ist für uns der Business Case“, erklärte Frisch. Die Rechnung ist simpel: Wenn beispielsweise im Zweisitzer „Volo City“ kein Platz für einen Piloten gebraucht wird, kann Volocopter doppelt so viel pro Flug einnehmen.

Bis das möglich ist, wird aber noch einige Zeit vergehen. Zum Einen fehlt Volocopter noch die Betriebserlaubnis für seine Flugtaxis. Daneben gibt es noch manche weitere regulatorische Hürde. Ralf Frisch sagte, dass das Start-up davon ausgehe, etwa 2028 erste autonome Testflüge machen zu können. Mit einem Rollout unter Realbedingungen rechnet er aber eher nicht mehr in diesem Jahrzehnt.

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