ÖPNV Verbraucherzentralen fordern 29-Euro-Ticket für den Nahverkehr

Quelle: dpa

Das 9-Euro-Ticket läuft im August aus. Die Verbraucherzentralen fordern nun, dass die Bundesregierung eine Weiterentwicklung des Angebots als ein weiteres Entlastungspaket aufgreift.

Das 9-Euro-Ticket gilt im Juni, Juli und August und ermöglicht jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland.
Das 9-Euro-Ticket gilt im Juni, Juli und August und ermöglicht jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland.
(Bild: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger )

Die Verbraucherzentralen fordern auch als Entlastung von steigenden Preisen ein Anschluss-Angebot für die 9-Euro-Tickets im bundesweiten Nahverkehr.

Die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Jutta Gurkmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein leicht buchbares Ticket für alle Busse und Bahnen im Nahverkehr sollte für einen monatlichen Preis von 29 Euro, also rund einen Euro pro Tag, angeboten werden. „Das würde in der Preiskrise alle entlasten, insbesondere aber Haushalte mit wenig Geld, und zudem der nötigen Verkehrswende mehr Schub geben.“

Günstiger als normale Monatstickets

Die 9-Euro-Tickets gelten im Juni, Juli und August und ermöglichen jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland – viel günstiger als normale Monatstickets, die zudem nur im Verbundbereich gelten.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Bahnchef Richard Lutz wollen sich am Mittwoch zur Zukunft der Schiene und zu einer besseren Organisation von Baustellen für weniger Zugverspätungen äußern.

Die Verbraucherzentralen fordern, die Bundesregierung müsse eine Weiterentwicklung des erfolgreichen 9-Euro-Tickets für ein nötiges weiteres Entlastungspaket aufgreifen. Dabei sei angesichts weiter steigender Energiepreise bei der Gasversorgung ein Umdenken nötig.

Gurkmann: „Es braucht ein dynamisches Modell mit Verbindung zur Preisrealität“

So müsse die Koalition finanzielle Hilfen wie den Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger an die tatsächliche Preisentwicklung koppeln. „Es braucht ein dynamisches Modell mit Verbindung zur Preisrealität“, sagte Gurkmann.

„Würden sich zum Beispiel die Zusatzkosten für die Gaspreise noch einmal verdoppeln, müsste die Bundesregierung auch den Heizkostenzuschuss und andere Transferleistungen entsprechend anheben.“ Viele stünden jetzt schon finanziell mit dem Rücken zur Wand – vor allem Menschen mit wenig Einkommen, Rentner und zunehmend auch Menschen mit mittlerem Einkommen.

Die Bundesregierung dürfe zudem Unternehmen und Verbraucher nicht ungleich behandeln. Es könne nicht sein, dass die Politik Unternehmen mit Anreizen zum Energiesparen bewegen wolle, privaten Haushalten aber geringere Heiztemperaturen verordnet werden könnten. Maßnahmen müssten für alle gleichermaßen gelten. „Ansonsten hat das gravierende Auswirkungen auf die Akzeptanz der Maßnahmen.“

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