Tesla soll bei E-Auto-Subventionierung getrickst haben

Autor Jakob Schreiner

Hat sich Tesla mit dem Model S 75D ungerechtfertigt staatliche Subventionen erschlichen? Diesen Verdacht stellt ein Bericht der „Auto Bild“ auf. Stimmen die Vorwürfe, könnte die Förderung komplett wegfallen.

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Der US-Autobauer Tesla steht im Verdacht, sich in Deutschland widerrechtlich staatliche Subventionen erschlichen zu haben.
Der US-Autobauer Tesla steht im Verdacht, sich in Deutschland widerrechtlich staatliche Subventionen erschlichen zu haben.
(Bild: Hasselblad H4D)

Der US-Autobauer Tesla steht im Verdacht, sich in Deutschland widerrechtlich staatliche Subventionen erschlichen zu haben. Das berichtet die Zeitschrift Auto Bild in ihrer aktuellen Ausgabe. Dem Bericht zufolge geht es um den Umweltbonus von 4.000 Euro, den Autofahrer bei der Neuzulassung eines rein elektrisch betriebenen Fahrzeugs beantragen können. Den Betrag zahlen je zur Hälfte die Autohersteller und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Damit Kunden den Umweltbonus erhalten, muss der Preis des Basis-Fahrzeugmodells unter 60.000 Euro netto liegen – dann bekommen sie auch bei höherpreisigen Versionen des gleichen Automodells den staatlichen Zuschuss.

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Das ist bei dem Model S 75D von Tesla der Fall – allerdings fehlen dann wichtige Extras wie Rückfahrkamera, Spurhalteassistent und Parksensoren. Diese lassen sich als Komfortpaket für 13.101 Euro brutto dazukaufen – angeblich optional. In dem Bericht heißt es jedoch, dass es das Model S 75D ohne diese Extras überhaupt nicht zu kaufen gibt und Tesla das Basismodell so auch nicht produziert.

Testkauf und Kundenaussagen erhärten Verdacht

Die Aussage stützt sich dabei auf einen Testkauf sowie auf Äußerungen von Tesla-Kunden. Der Testkäufer bestellte online ein Basismodell ohne das erwähnte Komfortpaket. Daraufhin meldete sich ein Tesla-Kundenberater telefonisch bei ihm, der ihm erklärte, dass das Model S 75D nicht ohne Extras erhältlich sei. Beim Basismodell gehe es einzig darum, „den Umweltbonus mitzunehmen“.

Einige Tesla-Kunden sollen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Entweder stornierte Tesla die Bestellungen des Model S 75D ohne Extras oder das Auto wurde zum Basispreis – allerdings mit Komfort-Ausstattung – geliefert.

Durch die Recherchen der Zeitschrift ist das BAFA auf den Fall aufmerksam geworden und kündigte an, die Vorwürfe des unlauteren Wettbewerbs und der Verbrauchertäuschung umfassend zu prüfen. Am Ende könnte das Model S wieder von der Liste der förderfähigen Autos gestrichen werden.

Statement von Tesla

Zwischenzeitlich hat sich auch Tesla zu den Vorwürfen geäußert. Der Hersteller weist die Anschuldigen zurück, in dem er sagt, dass in Deutschland jeder eine Basisversion des Tesla Modell S ohne das Komfortpaket bestellen könne. Entsprechende Fahrzeuge habe Tesla so bereits auch an Kunden ausgeliefert.

Die von Auto-Bild angesprochene Aussage eines Tesla-Verkäufers lässt das Unternehmen ebenfalls nicht unkommentiert. Derartige Äußerungen seien schlichtweg nicht korrekt und entsprechen auch nicht der Unternehmenspolitik. Tesla will den Fall dahingehend weiter untersuchen und gegebenenfalls darauf reagieren.

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