Shareconomy Teilen statt Besitzen – die Mobilität der Zukunft

Redakteur: David Franz

Mit Regulierung lassen sich innerstädtische Verkehrsprobleme nicht in den Griff bekommen. Wir brauchen Lösungen, die zum Lebensstil der Menschen passen: Carsharing ist eine große Chance.

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Nico Gabriel: Seit 2011 Geschäftsführer beim Carsharing-Anbieter DriveNow und verantwortlich für die Bereiche Operations und Business Development.
Nico Gabriel: Seit 2011 Geschäftsführer beim Carsharing-Anbieter DriveNow und verantwortlich für die Bereiche Operations und Business Development.
(Bild: Robert Pupeter / DriveNow)

Wie wollen wir in Zukunft mobil sein? Die Frage hat einen offensichtlichen Hintergrund: Großstädte weltweit platzen aus allen Nähten, Parkraum ist knapp und das hohe Verkehrsaufkommen belastet Stadtbewohner und Umwelt immer stärker. Und was wird dagegen unternommen? Regulierung, Verbot, Einschränkung – oder konkret: Umweltzone, Parkraumbewirtschaftung, Congestion Charge, City-Maut.

Ich bin überzeugt, dass die alleinige Lösung nicht durch die Politik gefunden werden kann. Überregulierung führt langfristig nur zu Frust. Wir brauchen Mobilitätskonzepte, die in der Bevölkerung breiten Zuspruch finden und die nicht einschränken; die gleichzeitig zum individuellen Lebensstil moderner Stadtbewohner passen und helfen, die innerstädtischen Verkehrsprobleme zu lösen.

Anders als früher wollen viele junge Metropolbewohner kein eigenes Fahrzeug mehr besitzen. Die Zeiten haben sich geändert, das eigene Auto verliert als Statussymbol zusehends an Gewicht. „Teilen“ löst bei diesem Trend das „Besitzen“ ab. Das Schlagwort, das eine ganze Wirtschaftsbewegung beschreibt, lautet dazu: Shareconomy.

Wir sind mobiler denn je. Um Job, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen, wollen wir flexibel, spontan und schnell von A nach B kommen. Der öffentliche Nahverkehr ist dabei das Rückgrat der Mobilität. Doch auch das Angebot von U-Bahn, Bus und Straßenbahn hat Lücken und kann nicht immer alle Nutzungsfälle abdecken. Wer beispielsweise für einen Tagesausflug die Innenstadt verlassen oder den Wochenendeinkauf nach Hause transportieren möchte, kennt das Problem. Und auch der Weg mit Gepäck zum Flughafen wird spätestens beim Umsteigen zur schweißtreibenden Übung.

Carsharing ist für mich kein Ersatz für das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs. Soll es auch gar nicht sein. Aber genau an den Schnittstellen, wo der ÖPNV an seine Grenzen stößt, wird es spannend. Flexibles Carsharing setzt hier an: Es können Angebotslücken geschlossen werden, die der öffentliche Nahverkehr hinterlässt: Sei es beim spontanen Transport oder dem Nachhauseweg zu später Stunde. Deshalb kooperieren wir in allen fünf deutschen DriveNow Städten mit den lokalen Verkehrsbetrieben: Gemeinsam ermöglichen wir damit völlig neue Mobilitätsoptionen.

Stationsunabhängiges Carsharing passt zum städtischen Lifestyle, denn jedermann ist damit individuell und flexibel mobil. Reifen wechseln, Versicherungen vergleichen, zum TÜV fahren, Tanken – all das entfällt für die Nutzer des flexiblen Carsharings. Hinzu kommt: Carsharing spart kostbaren Raum auf den Straßen und Parkplätzen, denn anstatt selbst ein Auto zu besitzen, teilen sich viele Menschen eines. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass allein bei DriveNow rund die Hälfte aller Nutzer kein eigenes Fahrzeug besitzt, hieße die Alternative bis zu 100.000 mehr private PKW auf Deutschlands Straßen.

Besonders spannend in diesem Zusammenhang ist der Einsatz von Elektroautos: Immer wieder höre ich von unseren Kunden, wie überrascht und begeistert sie von dieser neuen Technologie sind, die zudem auch noch Spaß macht. Umweltschutz durch emissionsfreie Fortbewegung alleine bringt nichts, solange es Berührungsängste gibt. Bei DriveNow kann jeder mit dem vollelektrischen BMW ActiveE und bald dem neuen BMW i3 Elektromobilität selbst erleben. Einerseits helfen wir damit aktiv, Feinstaubwerte zu senken und die Luftqualität zu verbessern. Genauso wichtig ist aber zu vermitteln, wie alltagstauglich Elektroautos sind.

Die Antwort auf die Frage, wie wir zukünftig mobil sein wollen, lautet für mich also: Gemeinsam und mit Blick auf Nachhaltigkeit. Die Autogerechte Stadt hat als Ideal ausgedient. Was wir brauchen, ist eine zeitgemäße Mobilität. In den wachsenden Ballungszentren wird flexibles Carsharing dabei ohne Zweifel einen bedeutenden Teil dazu beitragen.

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