Induktives Laden Stromtanken in der Taxi-Wartespur

Autor: Andreas Wehner

Batterieelektrische Taxis könnten einen wichtigen Beitrag zur Luftverbesserung in Städten leisten. Doch das Stromtanken an der herkömmlichen Ladesäule dauert. Wie gut das Laden per Induktion funktioniert, während das Taxi auf Kunden wartet, wollen Forscher herausfinden.

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Das Forscherteam der Uni Duisburg-Essen.
Das Forscherteam der Uni Duisburg-Essen.
(Bild: UDE/Lehrstuhl für Internationales Automobilmanagement)

Forscher der Universität Duisburg-Essen arbeiten an einem Konzept zum induktiven Laden von Elektro-Taxis im öffentlichen Raum. So sollen Taxifahrer Strom tanken können, während sie auf Kunden warten. Das ist bislang auf öffentlichen Plätzen unpraktisch, weil das Laden per Kabel dem Vorrückprinzip entgegensteht.

Schon seit anderthalb Jahren testen die Forscher am Lehrstuhl für Internationales Automobilmanagement das Laden per Induktion, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni. Bis Ende 2021 soll zudem eine größere Pilotanlage in Köln stehen. Ein lokaler Energieversorger werde die Anlage mit sechs induktiven Ladeplätzen einrichten und den nötigen Strom kostenlos zur Verfügung stellen, heißt es in der Mitteilung.

Ein induktiver Ladestreifen wird unterirdisch in die Taxi-Warteschlange integriert. Das Gegenstück wird am Unterboden des E-Fahrzeuges befestigt. Wenn die beiden Systeme sich erkennen, kann das Laden beginnen. Das Assistenzsystem des Wagens, das mit einer Außenkamera verbunden ist, zeigt, ob das Taxi richtig geparkt ist. Die Ladeleistung beträgt 20 Kilowatt. Das Laden per Kabel funktioniert weiterhin.

Vier Autos für Pilotprojekt in Köln im Einsatz

Die Stadt Köln fördert laut Mitteilung vier der 70.000 Euro teuren Fahrzeuge des britisch-chinesischen Herstellers LEVC mit je 12.000 Euro. „Wenn fünf Prozent der zirka 1.200 Taxen in Köln elektrifiziert werden, können jährlich bis zu 50.000 Tonnen CO2 eingespart werden“, erklärt Daniel Jaspers vom Forschungsteam.

Das erste Taxi mit induktiver Ladetechnik ist zudem seit kurzem auf den Straßen Mülheims unterwegs. Dort hat ein Taxiunternehmen eine Prototypenanlage auf seinem Hof in Betrieb genommen. „Damit leisten wir einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität“, sagt die Projektleiterin, Prof. Heike Proff, „und bekommen wichtige Hinweise, um Geschäftsmodelle zu entwickeln“.

Die Wartezeit von Taxen am Bahnhof liegt laut dem Forschungsteam im Mittel bei etwa 45 Minuten. „Pro Minute werde genug Strom für etwa einen Kilometer geladen“, erklärt Daniel Jaspers vom Forschungsteam. Etwa 150 Kilometer kommen in einer Schicht zusammen. Die Reichweite des LEVC-Taxis beträgt der Mitteilung zufolge 120 bis 150 Kilometer. Wird das Taxi also während der Schicht geladen, könnte das dafür sorgen, das der eingebaute Range-Extender nicht zum Einsatz kommen muss.

Im September 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Taxi-Lade-Konzept für den öffentlichen Raum mit zwei Millionen Euro.

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Redakteur Newsdesk Automotive