Elektromobilität So will das Start-up Lapp Mobility das Laden an der Haushaltssteckdose erleichtern

Autor Christoph Seyerlein

Ein Elektroauto an einer Haushaltssteckdose zu laden, ist langsam und umständlich. Zumindest Letzteres will das Start-up Lapp Mobility verbessern. Was die Stuttgarter mit ihrem „Mobility Dock“ versprechen, was das Produkt kostet und wie viel sie davon verkaufen wollen.

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Der Mobility Dock von Lapp kommt 2022 auf den Markt. 259 Euro soll der Adapter kosten.
Der Mobility Dock von Lapp kommt 2022 auf den Markt. 259 Euro soll der Adapter kosten.
(Bild: Lapp)

Keine öffentliche Ladesäule und auch keine Wallbox in der Nähe? Dann bleibt für E-Auto-Fahrer noch das Laden an der Haushaltssteckdose. Das ist einerseits langsam und teilweise umständlich, da man dafür ein eigenes Kabel benötigt. Das Start-up Lapp Mobility will das bald mit seinem „Mobility Dock“ ändern.

Die Stuttgarter haben einen Ladegerät entworfen, das es in Kombination mit jedem Typ 2-Ladekabel ermöglichen soll, E-Autos an Haushaltssteckdosen anzustecken. „Der Mobility Dock erfüllt vollständig die Funktion einer mobilen Ladestation, benötigt aber deutlich weniger Platz im Kofferraum“, beschreibt Lapp-Geschäftsführer Frank Hubbert das Produkt. Das Gerät wiegt rund 730 Gramm. Er ist gut 25 Zentimeter lang, rund 13 Zentimeter breit und etwa 10 Zentimeter tief.

Der Mobility Dock und das Auto kommunizieren über eine im Ladegerät integrierte Kontrolleinrichtung. Diese stellt den Ladestrom bis maximal 10A ein und überwacht den Ladevorgang. Die maximale Ladeleistung beträgt 2,3 kW. Auch die Gerätetemperatur und die der Steckdose werden dauerhaft überprüft. Sobald es an einer Stelle zu warm wird, schraubt das Gerät die Ladeleistung herunter. Darüber hinaus ist eine Erdleiterüberwachung integriert, Gleichstrom- und Wechselstromfehler soll das Gerät erkennen können.

Um den Ladevorgang zu starten, muss man das Mode 3-Ladekabel in die Typ 2-Steckdose des Mobility Dock stecken. Der Adapter wird dann wiederum mit der Haushaltssteckdose verbunden. Das Gerät ist kompatibel mit dem europäischen Ladekabelstandard und kann somit für alle Elektroautos und Plug-in-Hybride in Europa genutzt werden.

Lapp will bis zu 90.000 Stück im Jahr verkaufen

Seine Premiere wird der Mobility Dock im Rahmen der IAA Mobility in München (7.-12. September) feiern. Auf den Markt soll das Produkt dann im März 2022 kommen. 259 Euro wird Lapp dafür verlangen. Das Start-up will den Adapter sowohl über freien Handel vermarkten, aber auch Automobilherstellern als Zubehör zu E-Autos anbieten.

Als Verkaufsziel hat sich Lapp zunächst etwa 20.000 Stück vorgenommen. „Mit der weiteren und kontinuierlichen Akzeptanz von E-Fahrzeugen rechnen wir mittelfristig mit einem Absatz für den europäischen Markt von 90.000 Stück pro Jahr“, teilte das Unternehmen mit.

Auch andere wittern das Geschäft

Auf dem Weg dorthin muss Lapp allerdings mit Konkurrenz rechnen. Denn auch andere Anbieter wittern ein Geschäft mit mobilen Ladeangeboten. Beispielsweise bietet Mercedes-Benz nun einen Lade-Allrounder als Originalzubehör an. Am Ladesystem ist fahrzeugseitig ein Typ-2-Stecker fest installiert, mit dem alle europäischen Fahrzeuge geladen werden können.

An der Trennstelle können die unterschiedlichen Adapter angesteckt werden. Das System erkennt diese und stellt die Ladeleistung entsprechend ein. Die maximale Ladeleistung des flexiblen Ladesystems liegt bei 22 kW. Diese kann jedoch auch manuell angepasst werden, sofern das gewünscht ist.

Mit Adaptern für Schuko- und Starkstromsteckdosen sowie Ladesäulen ist das flexible Ladesystem von Mercedes-Benz für alle Eventualitäten gerüstet.
Mit Adaptern für Schuko- und Starkstromsteckdosen sowie Ladesäulen ist das flexible Ladesystem von Mercedes-Benz für alle Eventualitäten gerüstet.
(Bild: Mercedes-Benz)

Das System ist nach IP67 nässegeschützt und für einen Temperaturbereich von -30° bis +50° C konzipiert. Selbst zeitweiliges Untertauchen schadet dem Gerät also nicht. Es verfügt über integrierte Fehlerstromschutzschalter und ist überfahrbar mit bis zu 1,1 Tonnen. Durch die Gesamtlänge von rund fünf Metern lassen sich auch nicht direkt anfahrbare Stromquellen nutzen. Darüber hat der Hersteller auch an die verschiedenen Steckdosentypen im Ausland gedacht: Neben dem in Europa am weitesten verbreiteten Schukostecker sind auch die passenden Anschlüsse für die Schweiz und Großbritannien separat erhältlich.

Verpackt ist das flexible Ladesystem in einem Koffer, in dem alle Zubehörteile ihren Platz finden. Der Kabelsalat im Kofferraum durch die verschiedenen Ladekabel hat damit ein Ende. Als Zubehör gibt es darüber hinaus ein Verlängerungskabel mit fünf Metern, ein Sicherheitsschloss und eine Wandhalterung; zudem sind sämtliche Adapter auch einzeln erhältlich. Der Verkaufspreis in Deutschland beträgt 1.225 Euro.

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