Grünen-Kanzlerkandidatin So will Annalena Baerbock die Mobilität auf dem Land verbessern

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Der Bundestagswahlkampf geht in die heiße Phase. Ein vieldiskutiertes Thema ist dabei Mobilität. In einem Interview hat nun Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock genauer skizziert, wie sie eine Mobilitätswende auch in ländlichen Gebieten anschieben will.

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„Ich bin ja selbst auf dem Dorf aufgewachsen. Ohne Auto, Bus und Bahn ist man da ziemlich aufgeschmissen“, sagt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.
„Ich bin ja selbst auf dem Dorf aufgewachsen. Ohne Auto, Bus und Bahn ist man da ziemlich aufgeschmissen“, sagt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.
(Bild: © Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger)

Wenn die Grünen an die Regierung kommen, will Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock den Übergang hin zu klimafreundlicher Mobilität auch auf dem Land voranbringen. „Ich bin ja selbst auf dem Dorf aufgewachsen. Ohne Auto, Bus und Bahn ist man da ziemlich aufgeschmissen“, sagte Baerbock in einem Interview mit der „Märkischen Oderzeitung“ und der „Lausitzer Rundschau“ (Mittwoch).

„Deshalb ist es unser Job, den Umstieg auf saubere Mobilität auch auf dem Land hinzubekommen.“ Natürlich gehöre vielerorts der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs dazu. Aber ohne Autos gehe es auf dem Land kaum, stellte sie fest. Deshalb müsse die Ladesäuleninfrastruktur gerade im ländlichen Raum ausgebaut und bei der Förderung von E-Autos anders vorgegangen werden. Die Grünen sprechen sich dafür aus, ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos in Deutschland zuzulassen.

Baerbock will nach eigenen Worten die Förderprämie für Elektroautos danach ausrichten, dass Menschen mit geringem Einkommen eine höhere Förderung bekämen – vor allem, wenn sie ein gebrauchtes E-Auto kaufen. „Denn die Realität hat die Politik doch längst überholt“, sagte sie im Zeitungsinterview. Führende Autokonzerne brächten in wenigen Jahren nur noch Elektroautos auf den Markt bringen. Die Wagen würden billiger, es entstehe ein Markt für Gebrauchte.

Mehr Zuschüsse für Ladesäulen auf dem Land

Für den Ausbau der Lade-Infrastruktur werde eine Politik gebraucht, die „die Dinge aktiv anschiebt“, forderte die Grünen-Politikerin. Als Beispiel nannte sie Baden-Württemberg, wo es bereits alle zehn Kilometer eine Ladesäule und alle 20 Kilometer eine Schnellladesäule gebe. Fördergelder sollten sich stärker nach dem Standort richten. „Das heißt konkret: Damit auch im ländlichen Raum mehr Ladesäulen entstehen, muss der Zuschuss dort höher sein als bislang“.

Baerbock tritt bei der Bundestagswahl im September als Direktkandidatin im Wahlkreis 61 (Potsdam und Umgebung) an.

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