Autonomes Fahren So treibt Volvo seine „Null-Unfälle-Strategie“ voran

Autor: Christoph Seyerlein

Volvos zukünftige Modelle sollen nicht nur reinelektrisch, sondern auch maximal sicher daherkommen. Das nächste Ausrufezeichen auf diesem Weg wollen die Schweden mit der nächsten Generation ihres Flaggschiffs XC90 setzen.

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2022 kommt der vollelektrische Volvo XC90. Er setzt unter anderem auf Lidar-Sensoren.
2022 kommt der vollelektrische Volvo XC90. Er setzt unter anderem auf Lidar-Sensoren.
(Bild: Volvo)

Volvo verfolgt in der Fahrzeugentwicklung aktuell vor allem zwei Ziele: Elektrisch und maximal sicher sollen die eigenen Autos werden. Die kommende Ausbaustufe wird das Flaggschiff XC90 zeigen, dessen nächste, reinelektrische Generation 2022 bereit sein soll.

Wie die Schweden am Donnerstag ankündigten, wird das SUV serienmäßig mit Lidar-Sensoren ausgestattet sein. Die Technik des Herstellers Luminar soll dem Autohersteller dabei helfen, „die nächste Stufe der Fahrzeugsicherheit zu definieren“, erklärte Volvo Chef Hakan Samuellson.

Die Lidar-Sensoren seien speziell auf Verkehrssituationen ausgerichtet, in denen es heute noch häufig zu Unfällen mit Verletzungen oder gar Todesfolge komme. Bisher hätten sich Assistenzsysteme weitgehend darauf konzentriert, den Fahrer vor potenziellen Gefahren zu warnen. Das reicht Volvo aber nicht mehr aus: Künftig soll die Technik „zunehmend mehr eingreifen, um Kollisionen zu verhindern“.

Stetige Weiterentwicklung dank KI und Updates over the air

Doch nicht nur das: Im Zusammenspiel mit einer Software der Volvo-Tochterfirma Zenseact sollen die Lidar-Sensoren den künftigen XC90 auch fit für das autonome Fahren machen. Das SUV soll über Back-up-Systeme für Lenkung und Bremsen verfügen. Geplant ist außerdem ein sogenannter „Highway Pilot“. Auf Autobahnen muss der Fahrer das Auto dann nicht mehr steuern – sofern das im jeweiligen Land zulässig ist. Die dafür nötige Rechenleistung soll Technik von Nvidia sicherstellen. Anfang des Jahres hatte Volvo eine Kooperation mit dem Chiphersteller verkündet.

Volvo-Fahrer sollten sich aber darauf einstellen, dass das System erst mit der Zeit seine volle Leistungsfähigkeit zeigt. Denn durch Künstliche Intelligenz und Software-Updates soll es nach und nach besser werden. Technikchef Henrik Green teilte mit: „Da wir unsere Sicherheitstechnik durch Updates over the air kontinuierlich verbessern können, erwarten wir, dass Kollisionen immer seltener werden und so noch mehr Leben gerettet werden können.“

Schwenkt selbst Elon Musk um?

Lidar-Sensoren gelten als hoffnungsvolle Technik auf dem Weg zum autonomen Fahren. Allerdings gibt es auch Kritiker: Tesla-Chef Elon Musk bezeichnete sie einst als „Krücke“ und „dem Untergang geweiht“. Bei seinem Fahrerassistenzsystem „Autopilot“ setzt Tesla dagegen auf kamerabasierte Technik.

Zuletzt machte es allerdings den Anschein, als könnte selbst bei Musk zumindest ein gewisses Umdenken eingesetzt haben. Das Autopilot-System geriet nach einigen tödlichen Unfällen immer wieder unter Beschuss. Im Netz kursierten im Mai dann Bilder von einem Model Y, das mit Lidar-Sensoren ausgestattet war. Wenig später berichtete „Bloomberg“ Tesla sei eine Partnerschaft mit Luminar eingegangen. Bestätigt wurde ein solcher Deal bislang nicht. Beobachter erwarten, dass Musk die Lidar-Technik zunächst einmal gegen die Tesla-eigenen Autopilot-Systeme antreten lassen will.

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Entwicklungsredakteur