Autobrains „Selbstlernende KI bringt die vollständige Autonomie näher an die Gegenwart“

Autor Christoph Seyerlein

Autobrains setzt beim hochautomatisierten Fahren auf selbstlernende KI statt auf Deep-Learning-Methoden. Das lockt namhafte Investoren an: In einer Finanzierungsrunde haben die Israelis nun über 100 Millionen Dollar von Unternehmen wie Knorr-Bremse oder BMW eingesammelt. Auch im Management kann das Start-up aus Tel Aviv auf einen bekannten Namen bauen.

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Autobrains setzt auf selbstlernende KI in Fahrzeugen.
Autobrains setzt auf selbstlernende KI in Fahrzeugen.
(Bild: BMW)

Israel ist einer der wichtigsten Märkte für die Entwicklung autonomer Fahrsysteme. Neben großen Namen wie Mobileye sind dort auch zahlreiche Tech-Start-ups angesiedelt. Eines davon ist Autobrains aus Tel Aviv. Das Unternehmen setzt auf selbstlernende Künstliche Intelligenz in Fahrzeugen.

Die Technologie stößt offenbar auf Interesse. Autobrains gab nun bekannt, in einer Serie-C-Finanzierungsrunde 101 Millionen US-Dollar eingesammelt zu haben. Das meiste Geld investierte dabei die Investmentgesellschaft Temasek aus Singapur. Aber auch bekannte Namen aus der Autoindustrie stiegen ein, beispielsweise Knorr-Bremse und der vietnamesische Hersteller Vinfast. Zu den Bestandsinvestoren der Israelis zählen auch BMW und Continental. Ebenfalls investiert hat Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Er ist zudem als Chairman bei Autobrains aktiv.

Autobrains verspricht: Weniger Rechenleistung, geringere Kosten

Was macht den Ansatz des Start-ups interessant für Geldgeber? Nach eigenen Angaben benötigt die selbstlernende KI weniger Daten als bei Deep-Learning-Methoden. Stattdessen könne die videobasierte Erkennungssoftware mithilfe von Rohdaten Räume und Fahrszenarien darstellen. Selbstlernende KI komme mit deutlich weniger Rechenleistung aus und sei deshalb auch wesentlich kostengünstiger.

Autobrains-CEO Igal Raichelgauz sagte bei der Bekanntgabe der Finanzierungsrunde: „Unsere selbstlernende KI-Technologie wird die vollständige Autonomie näher an die Gegenwart bringen.“ Die Systeme müssten durch die Technologie mit weniger markierten Trainingsdaten gefüttert werden. Diese liefen immer wieder Gefahr, die schwierigsten Szenarien verpassen oder falsch zu interpretieren. Autobrains Lösung sei agiler und auf einem steileren Pfad als die Systeme der Wettbewerber. „Viele haben wahrscheinlich das Gefühl, dass vollständig autonome Fahrzeuge noch fünf Jahre entfernt sind. Das gilt aber nicht für Autobrains“, so Raichelgauz.

Knorr-Bremse-CEO Jan Mrosik erklärte: „Die bewährte selbstlernende AI-Technologie von Autobrains hat das Potenzial, die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen und hochautomatisiertem Fahren in der Nutzfahrzeugindustrie entscheidend zu prägen.“ Insbesondere für Märkte in Asien sei es wichtig, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Für das Investment in das israelische Start-up nehmen die Münchner 25 Millionen Dollar in die Hand.

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