Schienennetz Schienenverband fordert mehr Tempo bei Elektrifizierung

Autor / Redakteur: dpa / Marie-Madeleine Aust

61 Prozent der deutschen Bahnstrecken sind bisher elektrifiziert. Der Interessenverband Allianz pro Schiene mahnt nun zu mehr Geschwindigkeit und zeigt auf, wo es besonders dabei hapert.

Vor allem ländliche Regionalbahnstrecken und Grenzübergänge sind oft nicht mit Oberleitungen ausgestattet.
Vor allem ländliche Regionalbahnstrecken und Grenzübergänge sind oft nicht mit Oberleitungen ausgestattet.
(Bild: pixabay)

Der Interessenverband Allianz pro Schiene mahnt mehr Tempo bei der Elektrifizierung von Gleisstrecken in Deutschland an. „Wer den Klimaschutz rasch vorantreiben möchte, kommt am konsequenten Ausbau der E-Mobilität auf der Schiene nicht vorbei“, teilte Verbands-Geschäftsführer Dirk Flege am Montag mit. In den vergangenen zehn Jahren wurden laut Allianz pro Schiene im Durchschnitt nur 65 Kilometer pro Jahr elektrifiziert. Insgesamt 61 Prozent der deutschen Bahnstrecken sind elektrisch ausgebaut. Damit liegt Deutschland laut Verband zwar deutlich über dem EU-Durchschnitt von 55 Prozent. Dennoch seien viele EU-Länder bereits deutlich weiter.

Bis 2025 wollte die noch amtierende Bundesregierung den Anteil der elektrifizierten Strecken am gesamten Schienennetz auf 70 Prozent steigern. Sollte die neue Regierung an dem Ziel festhalten, wäre laut Allianz pro Schiene ein jährlicher Ausbau von durchschnittlich 570 Kilometern erforderlich.

90 Prozent des Personen- und Güterverkehrs auf elektrifizierten Strecken

Allerdings liegt die elektrifizierte Verkehrsleistung bereits jetzt deutlich höher: Rund 90 Prozent des gesamten Personen- und Güterverkehrs wird derzeit auf elektrisierten Strecken abgewickelt. Das liegt vor allem daran, dass die verkehrsreichsten Abschnitte mit Oberleitungen ausgestattet sind. Viele ländliche Regionalbahnstrecken und Grenzübergänge sind es aber bislang nicht.

„Andere Länder setzten im Schienenverkehr voll auf klimafreundliche E-Mobilität. Deutschland zögert und zaudert“, kritisierte Flege. Deutschland müsse nun „endlich vom Reden zum Handeln kommen“.

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