Marktanalyse Roller-Sharing boomt trotz Corona

Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Lena Bromberger

Viele Unternehmen der Mobilitätsbranche leiden enorm unter Corona. Beim Roller-Sharing ist hingegen das Gegenteil der Fall, wie eine Studie zeigt.

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Der Markt für Moped-Sharing ist auch 2020 trotz Corona stark gewachsen.
Der Markt für Moped-Sharing ist auch 2020 trotz Corona stark gewachsen.
(Bild: Bosch)

Trotz oder wegen Corona befindet sich der weltweite Moped-Sharing-Markt weiter stark im Aufwind. Wie der „Sharing Report 2020“ der E-Roller-Marke Unu zeigt, verzeichnet die Branche in ihren Kerndaten enorme Wachstumsschübe. So hat sich die Zahl der Fahrzeuge im Scooter-Sharing von Ende 2019 von 66.000 auf mittlerweile 104.000 erhöht, was einem Zuwachs um 58 Prozent entspricht.

Zum Vergleich: Waren es 2017 noch 10.000 Fahrzeuge, stieg ihre Zahl 2018 auf 25.000. Ebenfalls im vergangenen Jahr stark erhöht hat sich die Zahl registrierter Nutzer von 5 auf 9 Millionen (+ 80 Prozent). Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich 2021 das aktuell starke Wachstum fortsetzen wird.

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Sharing-Mopeds: Deutschland weltweit auf Rang 5

Stärker als im globalen Durchschnitt, nämlich um 67 Prozent, ist die Zahl der Sharing-Mopeds in Deutschland seit Ende 2019 von 4.200 auf nun 7.000 gestiegen. Damit belegt Deutschland weltweit Rang 5. Wichtigster Sharing-Markt ist aktuell Indien (25.000 Fahrzeuge), gefolgt von Spanien (23.050), Taiwan (15.350) und Italien (8.800).

Weiterhin konzentriert sich das Moped-Sharing auf Großstädte in Europa. Gab es 2018 weltweit 88 Metropolen mit Sharing-Angeboten, sind es in diesem Jahr bereits 122, von denen allerdings nur 18 außerhalb Europas liegen. Spitzenreiter ist übrigens Deutschland mit 26 Städten, gefolgt von Polen (23), Holland (19) und Spanien (9). Die größten Sharing-Metropolen sind Bangalore (22.000 Fahrzeuge), Taipeh (10.650), Barcelona (8.900) und Madrid (6.200).

Indien: Sharing-Anbieter setzen noch Verbrenner-Mopeds ein

In nahezu allen Ländern mit Moped-Sharing-Angeboten werden die Fahrzeuge fast ausschließlich elektrisch angetrieben. Einzige Ausnahme ist Indien, wo noch vornehmlich Verbrenner-Mopeds von Sharing-Anbietern eingesetzt werden. Nur jedes zwanzigste Fahrzeug fährt hier elektrisch. Weltweit liegt der Anteil der Sharing-Mopeds mit E-Antrieb hingegen bei 77 Prozent – Tendenz steigend.

Insgesamt gibt es 28 Zweiradhersteller weltweit, die Fahrzeuge für Sharing-Anbieter produzieren. Mit einem Marktanteil von 13,3 Prozent wichtigster Produzent für Sharing-Roller ist Silence, gefolgt von Niu (12,9%), Kymco (9,8 %) und Govecs (9,0 %).

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