Transport Rampen und Hebebühnen: Wie Japan den öffentlichen Verkehr an seine alternde Bevölkerung anpasst

Autor / Redakteur: dpa / Lena Bromberger

Japan will den öffentlichen Verkehr den Bedürfnissen seiner alternden Gesellschaft anpassen. Welche Maßnahmen das Land dafür plant.

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Die Anzahl der Sicherheitsbarrieren an Bahnsteigen soll in den nächsten fünf Jahren von derzeit 2000 auf 3000 erhöht werden.
Die Anzahl der Sicherheitsbarrieren an Bahnsteigen soll in den nächsten fünf Jahren von derzeit 2000 auf 3000 erhöht werden.
(Bild: Shinkansen)

Japan will den öffentlichen Verkehr noch stärker auf die Bedürfnisse seiner rasant alternden Gesellschaft ausrichten. So soll die Anzahl der Sicherheitsbarrieren an Bahnsteigen in den nächsten fünf Jahren von derzeit 2.000 auf 3.000 erhöht werden, wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Montag berichtete. Die Bahnsteige in Großstädten wie Tokio sind zu den Stoßzeiten oft überfüllt.

Gleichwohl kommt es nirgends zu Gedränge, die Menschen stehen zumeist manierlich Schlange. Allerdings hasten immer wieder Fahrgäste in letzter Sekunde durch die sich bereits schließenden Wagentüren, was zu ärgerlichen Verspätungen führen kann, zumal die Züge in den Stoßzeiten in sehr dichter Taktung fahren.

Jährlich 200 neue Sicherheitsbarrieren geplant

Zudem gibt es immer wieder Selbstmorde, bei denen sich Menschen vor Züge werfen. Nach Angaben des Transportministeriums zählt Japan landesweit 9.465 Bahnhöfe und 19.951 Bahnsteige. Bislang seien an rund 2.000 Stellen Sicherheitsbarrieren installiert.

Jedes Jahr sollen nun an rund 200 weiteren Stellen Sicherheitsbarrieren an Bahnsteigen errichtet werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Ministerium. Sobald ein Zug ein- oder abfährt, öffnet sich erst die Tür dieser Absperrungen und dann die Wagentür. Zugleich wird akustisch gewarnt, nicht in letzter Sekunde in den Zug zu hasten.

Rampen und Hebebühnen in Bussen

In ländlichen Regionen, wo Flughäfen und Stadtgebiete nicht an Bahnhöfe angeschlossen sind und stattdessen Busse eingesetzt werden, sollen letztere nun verstärkt mit Rampen und Hebebühnen für Rollstuhlfahrer aufgerüstet werden. Deren Anteil solle in den nächsten fünf Jahren von 30 auf 50 Prozent erhöht werden, hieß es. Zudem sollen mehr als 80 Prozent der Busse landesweit so ausgerüstet sein, dass Fahrgäste durch Absenken der Fahrzeugseite mit der Eingangstür leichter einsteigen können. Ferner solle der Anteil moderner, behindertengerechter Taxis auf 25 Prozent angehoben werden.

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