Übernahme von Greyp Porsche steigt größer ins E-Bike-Geschäft ein

Bei Porsche denkt jeder an Sportwagen. Seit dem Frühjahr hat die Marke aber auch E-Bikes im Portfolio. Jetzt bauen die Schwaben diese Sparte aus: Das Unternehmen übernimmt die Mehrheit am E-Bike-Hersteller Greyp. Zu den Gründern der kroatischen Firma zählt ein schillernder Name.

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Porsche übernimmt die Mehrheit an Greyp.
Porsche übernimmt die Mehrheit an Greyp.
(Bild: Greyp)

Seit dem Frühjahr bietet Porsche seine E-Bikes „Sport“ und „Cross“ an. Zuletzt hatte es bereits Berichte gegeben, dass die Zuffenhausener die Sparte ausbauen könnten. Jetzt ist es so weit: Wie das Unternehmen am Freitag (19. November) bekannt gab, übernimmt es die Mehrheit am kroatischen E-Bike-Hersteller Greyp. Offiziell ist der Deal noch nicht, das Closing wird Ende des Jahres erwartet. Laut Greyp soll das Geschäft bis spätestens 18. Dezember finalisiert werden. Wie viel Porsche sich die Übernahme kosten lässt, wollte ein Sprecher auf Nachfrage nicht verraten.

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Damit gilt Porsche künftig auch als E-Bike-Hersteller. Die Modelle „Sport“ und „Cross“, die nach Angaben des Unternehmens nahezu ausverkauft sind, baut der Anbieter Rotwild. Jene Partnerschaft wolle man auch weiter fortführen, erklärten die Zuffenhausener.

Porsche ist über seine Risikokapitaleinheit Porsche Ventures bereits seit 2018 mit etwa zehn Prozent an Greyp beteiligt. Für die Mehrheitsübernahme entschieden sich die Schwaben nun, da ein anderer Anbieter Greyp ebenfalls aufkaufen wollte. Porsche hatte mit den Kroaten allerdings ein Vorkaufsrecht vereinbart, wovon das Unternehmen nun Gebrauch machte. Künftig halten neben Porsche nur noch Greyp-Gründer Anteile – darunter Mate Rimac, der vor allem als CEO von Rimac Automobili bekannt ist. An dem Elektroauto-Hersteller ist Porsche ebenfalls beteiligt und zwar mit 24 Prozent.

Greyp gibt es seit 2013. Seitdem ist das Team unter der Leitung von Kresimir Hlede auf mehr als 100 Mitarbeiter angewachsen. Eine Sprecherin erklärte, dass die Marke in diesem Jahr insgesamt rund 600 Räder ausliefern werde. Damit habe man das Volumen seit 2019 verdoppeln können.

Die Kroaten haben E-Bikes für die Stadt über E-Mountainbikes bis hin zu Hyperbikes im Portfolio. Greyp bewegt sich dabei im Luxus-Preissegment: Das derzeit günstigste Modell T5.1 startet bei 4.499 Euro. Neben starker E-Performance will die Marke vor allem mit der Vernetzung seiner Räder punkten. Dabei arbeitet das Unternehmen beispielsweise mit der Deutschen Telekom zusammen. Kunden sollen zum Beispiel ihre Smartphones problemlos mit den Rädern koppeln können.

Mate Rimac erklärte am Freitag: „Ich habe immer daran geglaubt, dass Greyp das Potenzial hat, eine sehr erfolgreiche Weltklasse-Firma und einer der Marktführer zu werden.“ Die Räder der Marke bezeichnete er als „die zweifellos am besten vernetzten und technologisch fortschrittlichsten E-Bikes am Markt“.

Mate Rimac verspricht „große Dinge“

Greyp habe immer im Schatten von Rimac Automobili gestanden und nie sein volles Potenzial entfalten können, so der Gründer weiter. Das soll sich mit der Übernahme durch Porsche nun ändern. Man habe gemeinsam „große Dinge“ vor, „sonst würden Porsche und wir das auch nicht tun“, erklärte Rimac. Weiter ins Detail ging der 33-Jährige nicht. Dafür sei es noch zu früh.

In der Mitteilung der Kroaten hieß es darüber hinaus, dass man das Porsche-Investment nutzen wolle, um die eigene Forschung und Entwicklung in allen Bereichen der Elektromobilität und Konnektivität ausbauen wolle. Greyps Geschäfte sollen „signifikant wachsen“. Zu den Umsätzen des Unternehmens wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

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