Plug-in-Hybride sind besser als ihr Ruf

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Hybridfahrzeuge gelten oftmals als das Feigenblatt der E-Mobilität. Dabei haben Plug-in-Hybride ein genauso großes Kohlendioxid-Reduktionspotenzial. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des KIT und des Fraunhofer ISI indem sie die Fahrleistung von Batterie- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in Deutschland und in den USA verglichen.

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Elektroautos und Plug-in-Hybride können gleichermaßen Strom tanken. Wer weniger Kohlendioxid ausstößt, hat nun die „Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe“ untersucht.
Elektroautos und Plug-in-Hybride können gleichermaßen Strom tanken. Wer weniger Kohlendioxid ausstößt, hat nun die „Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe“ untersucht.
(Bild: KIT)

Neben derzeit etwa 50.000 rein elektrischen Pkw sind auch ungefähr 40.000 Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs, die eine Batterie mit einem klassischen Verbrennungsmotor kombinieren. Diese werden sowohl von Umweltverbänden als auch von politischen Entscheidern oft kritisch gesehen, da sie keine „echten“ Elektroautos sind und eine schlechtere Umweltbilanz haben sollen. Bisher gab es aber keinen systematischen empirischen Vergleich der elektrischen Fahrleistung von Batterie- und Hybridfahrzeugen.

Diese Forschungslücke haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) jetzt geschlossen: Sie haben die Fahrleistung von 49.000 Batteriefahrzeugen und 73.000 Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen in Deutschland und in den USA verglichen. Die Daten dafür stammen aus Flottentests und von Autoherstellen sowie von Webseiten, die der Verwaltung und Überwachung des eigenen Fahrzeugs dienen.

Die Datenauswertung zeigt: Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge mit einer realen elektrischen Reichweite von etwa 60 Kilometern fahren genauso viel elektrisch wie reine Batteriefahrzeuge, nämlich bis zu 15.000 Kilometer pro Jahr. Deshalb ist ihr Kohlendioxid-Reduktionspotenzial ebenso groß wie das von Elektroautos mit reinem Batterieantrieb. Somit sind Plug-in-Hybride eine gute Ergänzung zu reinen Batteriefahrzeugen, um die Treibhausgase zu reduzieren.

Dies gilt vor allem dann, wenn sie mit Strom aus Erneuerbaren Energien geladen werden. „Bezieht man noch ein, dass bei der Produktion der deutlich kleineren Batterien von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen weniger Kohlendioxid freigesetzt wird als bei der Produktion der größeren Batterien für Elektrofahrzeuge, haben sie sogar eine bessere Kohlendioxid-Bilanz“, unterstreicht Patrick Jochem, vom Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion des KIT.

„Zudem können Hybride zur Vertrauensbildung und Verbreitung der Elektromobilität beitragen, da sie anders als reine Batteriefahrzeuge prinzipiell die gleiche Reichweite wie ein Verbrennungsauto haben.“

Patrick Plötz vom Fraunhofer ISI betont: „Plug-in-Fahrzeuge sind eine gute Ergänzung zu Batteriefahrzeugen, um das Ziel der Treibhausgasreduktion zu erreichen. Sie wurden aufgrund fehlender empirischer Daten in der Vergangenheit oft zu kritisch gesehen. Wichtig ist aber, dass die Batterie mit einer realen elektrischen Reichweite von mehr als 50 Kilometern groß genug ausgelegt ist und zusätzlich die Dekarbonisierung des Stromsystems weiter vorangetrieben wird.“

Laut der Studie werden die abnehmenden Kohlendioxid-Emissionen während der Batterieproduktion und die zunehmende Verbreitung von Schnellladesäulen diesen Vorteil jedoch in den kommenden Jahren immer mehr in Richtung der reinen Elektrofahrzeuge verschieben.

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