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Osram verpasst sich eine neue Konzernstruktur

Redakteur: Hendrik Härter

Der Umsatz ist bei Osram Licht zurückgegangen, auch die schwächelnde Automobilkonjunktur tut ihr übriges. Jetzt will das Management um Vorstandsvorsitzenden Olaf Berlien die Geschäftsbereiche neu ausrichten.

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Nach wie vor wichtig für Osram: Mit LEDs im Fahrzeug konnte Osram im abgelaufenen Geschäftsjahr nur weniger verdienen. Deshalb verpasst sich der Konzern eine neue Struktur.
Nach wie vor wichtig für Osram: Mit LEDs im Fahrzeug konnte Osram im abgelaufenen Geschäftsjahr nur weniger verdienen. Deshalb verpasst sich der Konzern eine neue Struktur.
(Bild: Osram Licht)

Als Osram Licht im August seine aktuelle Kursentwicklung bekanntgegeben hatte, war bereits klar, dass die Sparte Osram Opto Semiconductors gerade im Automobilmarkt mit einem blauen Auge davongekommen war. Das bestätigen jetzt auch die aktuellen Zahlen, die der Konzern am 6. November veröffentlicht hat. Mit den Worten von Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender Osram Licht, klingt das dann so: „Trotz eines schwierigen Marktumfeldes im Automobilbereich […] konnten wir im Geschäftsjahr 2018 den Umsatz um knapp zwei Prozent steigern.“ Das heißt aber auch, auf den wichtigen Markt der Automobilbeleuchtung ist kein Verlass.

Schließlich ist Osram Opto Semiconductor das einzige Segment, mit dem sich noch Geld verdienen lässt. Denn nachdem man sich vom klassischen Leuchtengeschäft verabschiedet hat, muss Konzernchef Berlien jetzt liefern: „Wir werden unser Profil weiter schärfen und uns innerhalb neu zugeschnittener Geschäftsbereiche nachdrücklicher ausrichten.“

Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender Osram Licht, will mit der anvisierten Neuausrichtung mittelfristig wieder mehr Umsatz erwirtschaften.
Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender Osram Licht, will mit der anvisierten Neuausrichtung mittelfristig wieder mehr Umsatz erwirtschaften.
(Bild: Osram Licht)

Osram verpasst sich neue Struktur

Konkret bedeutet das: Der Vorstand hat jetzt zum Geschäftsjahr 2018/19 eine neue Struktur für den Konzern beschlossen. Betroffen ist unter anderem der Automobil-Markt: Der wichtigste Geschäftsbereich bleibt dabei, die Automobilindustrie mit LED-Komponenten und Lasertechnik zu beliefern.

Der Auto-Anteil am Gesamtumsatz soll von derzeit die Hälfte künftig auf ein Drittel schrumpfen. In dieser Sparte hatte Osram erst im Juli zusammen mit Continental ein Gemeinschaftsunternehmen geschaffen. Mit der Tochtergesellschaft Advanced Smart Lighting (Osram Continental) werden kundenspezifische Lichtsysteme angeboten. Diese fließt mit in den Gesamtumsatz ein.

Die Sparte der optischen Halbleiter (Osram OS) konnte zuletzt mit dem Zukauf des US-Sicherheitsspezialisten Vixar das Geschäftsfeld stärken. Cloud- und vernetzte Lösungen werden künftig im Geschäftssegment Digital zusammengefasst. In diesem Segment ist Osram vor allem dank seiner hohen Forschungs- und Entwicklungsquote führend bei den optischen Halbleitern.

Mittelfristig wieder wachsen

Das schwächelnde Leuchtengeschäft für Bürogebäude, Fabriken und Straßen leidet vor allem in den USA unter schwindenden Umsätzen. Das Leuchtengeschäft sowie das US-Servicegeschäft sollen weiterhin verkauft werden. Der Prozess schreite „planmäßig voran“, erklärte Berlien.

Mit der anvisierten Neuausrichtung will Osram Licht mittelfristig wieder stärker wachsen. Bis 2022/23 will der Konzern ein jährliches Umsatzplus im mittleren ein- bis zweistelligen Prozentbereich erzielen. Abstand nahm Berlien allerdings davon, bis 2020 einen Umsatz von fünf Milliarden Euro zu erreichen. Dieser solle zu einem „späteren Zeitpunkt“ erreicht werden.

mit Material von dpa

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