Elektromobilität Ora Cherry Cat soll erstes Serienauto mit kobaltfreier Batterie werden

Autor / Redakteur: Thomas Kuther / Christoph Seyerlein

Kobalt ist selten, immer teurer – und umstritten. Elektroauto-Anbieter suchen deshalb zunehmend nach Alternativen zu dem Rohstoff für die Batterien. In China will man nun einen Weg gefunden haben.

Firmen zum Thema

Der Svolt-Stand auf der Chengdu Motor Show: dort hat das Unternehmen eine serienreife Batterie ohne Kobalt vorgestellt.
Der Svolt-Stand auf der Chengdu Motor Show: dort hat das Unternehmen eine serienreife Batterie ohne Kobalt vorgestellt.
(Bild: Svolt)

Der Ora Cherry Cat von Great Wall Motors soll das erste Serien-Elektroauto sein, das mit einer Batterie vollkommen ohne Kobalt ausgestattet ist. Der montierte Hochvoltspeicher verwendet standardisierte MEB-Module, die Wärmedämmungsmaterialien in Luft- und Raumfahrtqualität enthalten und besticht durch sein Leichtbau-Design.

Seit 2020 wird die Batterie im Ora-Prototyp auf den Straßen einem Härtetest unterzogen. Auf über 800.000 Kilometer konnte der Akku die umfangreichen Leistungs- und Sicherheitstests bestehen. Die kobaltfreie Batterie mit einer Kapazität von 82,5 kWh hat eine Energiedichte von 170 Wh/kg. Unter normalen Temperaturbedingungen schafft der Ora Cherry Cat eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern, mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weniger als 5 Sekunden. Zusätzlich ist die Wasser- und Staubdichtigkeit nach IP67 zertifiziert.

65 Millionen Euro Investition in F&E-Arbeit zahlt sich aus

Um die NMX-Batterien zur Serienreife zu bringen, hat das Batterie-Unternehmen Svolt mehrere Jahre intensiv in die kobaltfreie Forschungs- und Entwicklungstechnologie investiert. Mehr als 65 Millionen Euro flossen in die Forschung und Entwicklung der neuen Technologie. 1.200 Mitarbeitende in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie 120 ausgewiesene Material- und Batterieexperten waren an der Entwicklung beteiligt.

Kobalt wird in einigen Jahren knapp

„Die Verfügbarkeit von Kobalt ist ein wichtiges Thema, da die weltweiten Reserven auf nur circa 7,1 Millionen Tonnen geschätzt werden“, betont Kai-Uwe Wollenhaupt, President Svolt Europe & Vice President Svolt Energy Technology. „Kobalt wird in einigen Jahren also knapp werden, wodurch der Preis entsprechend weiter steigen wird. Deshalb hat es sich Svolt zum Ziel gesetzt, innerhalb der Batterieindustrie mittels seiner innovativen und vorrausschauenden Forschungs- und Entwicklungsarbeit weiterhin eine Führungsrolle einzunehmen. Aus diesem Grund sind wir besonders stolz auf unsere leistungsfähigen und wettbewerbsfähigen Batteriezellen ohne Kobalt. Wir betrachten sie als einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Elektromobilität.“

(ID:47637748)