Baden-Württemberg investiert „Ohne grünen Wasserstoff werden wir unsere Klimaschutzziele nicht erreichen“

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Der Südwesten soll führender Standort für alternative Antriebe werden. Deshalb will Baden-Württemberg jetzt bei verschiedenen Wasserstoff-Projekten Geld zuschießen. Der größte Batzen könnte an das Gemeinschaftsunternehmen Cellcentric von Daimler und Volvo fließen.

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(Foto: Grimm)

Grün-Schwarz in Baden-Württemberg will dem „grünen Wasserstoff“ mit einer Finanzspritze für die Industrie zum Durchbruch verhelfen und den Südwesten zu einem führenden Standort für alternative Antriebstechnologien machen. Um die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie rasch voranzubringen, ist das Land bereit, entsprechende Projekte mit bis zu 358 Millionen Euro zu fördern. Voraussetzung ist, dass die Vorhaben von Cellcentric (Daimler/Volvo), Elring-Klinger, Freudenberg, Daimler Trucks und Bosch auch vom Bund unterstützt werden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) rechtfertigte die Staatshilfe am Dienstag damit, dass derzeit mit den Technologien noch kein Geld verdient werden könne. Wenn man sich weigere, an der europäischen Wasserstoff-Allianz teilzunehmen, gehe die Förderung in andere Länder. „So einfach ist die Welt.“

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) sagte: „Ohne grünen Wasserstoff werden wir unsere Klimaschutzziele nicht erreichen.“ Zudem müssten die begünstigten Firmen auch einen Eigenanteil stemmen. Von der Förderung profitierten auch der Maschinen- und Anlagenbau im Land.

Joint-Venture von Daimler und Volvo könnte profitieren

Der größte Batzen der Fördermittel könnte an das Gemeinschaftsunternehmen Cellcentric von Daimler und Volvo fließen, wenn sich beide Unternehmen entscheiden, im Südwesten eine Brennstoffzellen-„Gigafactory“ zu errichten: Dann würden insgesamt 602 Millionen Euro fließen, davon 181 Millionen vom Land.

Vor allem „grüner“ Wasserstoff, für dessen Herstellung Ökostrom eingesetzt wird, soll beim klimafreundlichen Umbau von Produktionsprozessen in der Wirtschaft eine große Rolle spielen – also bei der Energiewende weg von den fossilen Brennstoffen Kohle und Gas. Eingesetzt werden soll der „grüne“ Wasserstoff etwa zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe bei Autos, als Treibstoff in Brennstoffzellen-Fahrzeugen oder als Rohstoff in der Industrie.

62 deutsche Projekte sollen sich an einer großen europäischen Wasserstoff-Allianz beteiligen. Die Vorhaben sollen mit mehr als acht Milliarden Euro staatlich gefördert werden.

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