Elektromobilität Nio plant flächendeckendes Netz mit Batterietausch-Stationen in Deutschland

Von Andreas Wehner

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In China bieten bereits mehrere Autohersteller für Elektroautos die Möglichkeit an, Batterien automatisch zu tauschen statt zu laden. In Europa will das Start-up Nio diese Technik etablieren.

Nio bietet die Möglichkeit, in speziellen Stationen innerhalb von drei Minuten die Fahrzeugbatterie zu tauschen.
Nio bietet die Möglichkeit, in speziellen Stationen innerhalb von drei Minuten die Fahrzeugbatterie zu tauschen.
(Bild: Nio )

Das chinesische E-Auto-Start-up Nio will in Deutschland ein flächendeckendes Netz mit Batterietausch-Stationen errichten. „Wir suchen gerade Standorte für unsere Power-Swap-Stations, in denen Nio-Fahrer ihre leere Batterie in wenigen Minuten gegen eine volle tauschen können“, sagte Nio-Deutschlandchef Ralph Kranz im Interview mit der Zeitschrift »kfz-betrieb« (Ausgabe 23/24, Erscheinungstag 17.6.).

Nio will in Deutschland im vierten Quartal 2022 mit der Limousine ET7 auf den Markt kommen. In Norwegen, wo die Chinesen seit dem vergangenen Jahr das SUV ES8 verkaufen, ist die europaweit erste „Power-Swap-Station“ in der Nähe von Oslo bereits in Betrieb.

Batterietausch als Ergänzung zum klassischen Laden

Der Batterietausch ist in Europa bislang ein Alleinstellungsmerkmal von Nio. Die Chinesen wollen aber auch alle anderen Möglichkeiten der Stromversorgung anbieten. „Die Power-Swap-Stations sehen wir in erster Linie als komfortable Ergänzung für unsere Kunden“, erläuterte Kranz. Nio bietet seinen Kunden zudem über Partner Zugriff auf ein flächendeckendes Ladenetzwerk. Zusätzlich will der Autobauer eigene Ladestationen bauen – bis hin zu Leistungsstarken Schnelladern. Nio-Fahrer können sich zum Auto aber auch eine Wallbox für zuhause bestellen.

Nio-Fahrer müssen die Batterie nicht mit kaufen, sondern können sie zum Fahrzeug dazu mieten (Battery as a Service). In der Miete ist eine bestimmte Anzahl Tausch- und Ladevorgänge pro Monat inbegriffen.

Wie viele Power-Swap-Stations Nio in Deutschland bauen will, verrät Kranz nicht. Das Unternehmen sucht gerade Standorte an wichtigen Verkehrsachsen und -knotenpunkten. Angedacht sind vor allem Parkplätze von Einzelhandelsunternehmen in Innenstädten und in der Nähe von Autobahnen und größeren Straßen.

1.000 Batterietauschstationen außerhalb Chinas bis 2025

In China hat Nio bereits mehr als 900 Tauschstationen in Betrieb, zum Jahresende sollen früheren Ankündigungen zufolge 1.300 sein. Bis Ende 2025 plant Nio weltweit 4.000 aktive Batteriewechselstationen, davon etwa 1.000 außerhalb Chinas.

In China bieten inzwischen mehrere Autobauer vollautomatische Batterietauschsysteme an – und es gibt auch bereits Standardisierungsbemühungen. Einer der ersten Hersteller war Baic – zunächst mit dem Fokus auf Taxis. Zuletzt hatte das Unternehmen die vierte Generation seiner Battery-Swap-Stationen vorgestellt, an denen der Tausch nur 30 Sekunden dauern soll. Auch Geely, Changan, SAIC und FAW sind inzwischen auf diesen Zug aufgesprungen. Durch den jüngst erfolgten Einstieg des Batterieriesen CATL dürfte die Technologie einen weiteren Schub erhalten.

In Europa dagegen ist Nio mit dem Batterietausch bislang allein auf weiter Flur. Doch das muss nicht so bleiben. „Wir sind selbstverständlich offen für Kooperationen“, so Kranz. Wenn man Kunden langfristig für Elektroautos begeistern wolle, müsse man es ihnen möglichst einfach machen. „Die Stromversorgung ist sicher ein großer Knackpunkt und wenn es da Fortschritte gibt, ist es sicher sinnvoll, möglichst viele Nutzer daran teilhaben zu lassen. Da sind Partnerschaften ein guter Weg“, sagte der Nio-Manager.

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