IAA Mit vielen Fahrrädern, aber ohne Stellantis und Toyota

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Mit einem löchrigen Portfolio an Volumenmarken will die IAA einen Neustart als bürgerfreundliches Straßenfest in München versuchen. Dabei dreht sich in der bayerischen Landeshauptstadt nicht mehr alles um das gewohnte automotive Premierenfeuerwerk – jetzt geht es um den Verkehr insgesamt.

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Die Zeiten, in denen bei der IAA vor allem Pkw-Premieren im Fokus standen, sind vorbei.
Die Zeiten, in denen bei der IAA vor allem Pkw-Premieren im Fokus standen, sind vorbei.
(Bild: IAA)

Nach Jahrzehnten automobiler Dominanz sind auf der diesjährigen „IAA Mobility“ erstmals 50 Fahrradhersteller vertreten. „Wir sind überzeugt, dass wir mit der IAA die Welt der Mobilität von morgen aufzeigen werden“, sagte Jürgen Mindel, der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), der die Veranstaltung gemeinsam mit der Messegesellschaft ausrichtet, am Freitag in München.

Die neue IAA ist die erste internationale Großveranstaltung in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie. Das traditionell in der zweiten Septemberhälfte stattfindende Münchner Oktoberfest hingegen ist zum zweiten Mal abgesagt worden. In der Innenstadt soll die IAA „Happening, Festivalcharakter“ haben, wie Messemanager Tobias Gröber sagte. Doch für alle Bereiche der IAA gibt es demnach ausgefeilte Hygiene- und Sicherheitskonzepte.

Bei der letzten Ausgabe der IAA in Frankfurt 2019 hatte es Proteste von Umweltschützern und einen sechsstelligen Rückgang der Besucherzahlen gegeben. Anschließend schrieb der VDA die Messe bundesweit neu aus. Die bis zum Beginn der Corona-Pandemie erfolgsverwöhnte Münchner Messe machte das Rennen. Umweltschützer haben unter dem Schlagwort „No IAA“ jedoch wieder Proteste angekündigt – sie werfen der Autobranche vor, sich sich nur scheinbar betont umweltbewusst zu geben.

Bespaßung durch „Vollgasorchester“

Eröffnen soll die IAA wie ehedem in Frankfurt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei der neuen IAA wird das Geschehen aber in Teilen auf die prächtigen Plätze der Münchner Innenstadt verlagert, inklusive Konzertbühne. Aufspielen soll unter anderem das „Königlich Bayerische Vollgasorchester“.

„Erstmals können die Besucher auf der IAA auch eine Vielzahl von neuen Autos testen“, sagte Mindel, die Hersteller haben demnach mehr als 230 Fahrzeuge dafür eingeplant. Eine weitere Attraktion soll unter anderem der „größte öffentliche Schnellladepark Deutschlands“ für Elektroautos sein, wie Mindel sagte.

Vertreten sein werden nach Worten Mindels über 500 Hersteller aus knapp 30 Ländern. Darunter sind Audi, BMW, Daimler, Ford, VW, Porsche, Renault und der koreanische Hyundai-Konzern, aber auch Techfirmen wie IBM und das chinesische Unternehmen Huawei. Die IAA öffne sich für alle Akteure der Mobilität, sagte Mindel. „Autos, Fahrräder, Roller, Scooter, aber auch Oldtimer, und natürlich werden wir jede Menge Spaß und Show zeigen.“

Über Absagen möchte niemand sprechen

Doch einige der prominentesten Namen der Autobranche werden vom 7. bis 12. September in München nicht dabei sein: So wird Toyota nach Worten einer Unternehmenssprecherin nicht teilnehmen. Auch Stellantis fehlt nach Unternehmensangaben mit sämtlichen Marken, inklusive der deutschen Tochter Opel. Und General Motors hat die IAA auf seiner Webseite ebenfalls nicht auf der Liste der Messen stehen, an denen das Unternehmen teilnimmt, eine Antwort auf die Frage kam zunächst nicht.

Weder der VDA noch die Münchner Messe gaben konkrete Antworten auf Fragen, wie viele Besucher sie erwarten und welche großen Branchenplayer nicht teilnehmen werden. Die Veranstalter hoffen jedoch, für die nächste Ausgabe 2023 wieder mehr Aussteller von der IAA überzeugen zu können. 2019 hatten in Frankfurt 560.000 Besucher den Weg auf die IAA gefunden, 2017 waren es über 800 000 gewesen.

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