Umfrage Mehr als 90 Prozent würden ihre Mobilitätsdaten freigeben

So gut wie jeder von uns produziert massenhaft Mobilitätsdaten. Jene Informationen könnten dabei helfen, die Verkehrswende voranzutreiben. Grundsätzlich zeigt sich eine klare Mehrheit laut einer Bitkom-Umfrage dazu bereit, die eigenen Daten zu teilen. Viele knüpfen jene Bereitschaft aber an Bedingungen.

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Nur 42 Prozent sind mit dem Mobilitätsangebot in Deutschland zufrieden.
Nur 42 Prozent sind mit dem Mobilitätsangebot in Deutschland zufrieden.
(Bild: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger)

Wer Angebote wie Google Maps oder die Bahn-App nutzt, produziert automatisch Mobilitätsdaten. Jene Informationen sind auf verschiedene Arten interessant: Wo gibt es gerade Stau? Wo drohen Verzögerungen? Welche Verkehrsmittel sind voll, welche nicht? Der Digitalverband Bitkom wollte nun von 1.003 Personen im Alter von mindestens 16 Jahren wissen, ob sie dazu bereit wären, ihre Mobilitätsdaten mit anderen zu teilen.

Eine klare Mehrheit von 91 Prozent wäre dazu unter gewissen Voraussetzungen und in anonymisierter Form bereit. Nur sechs Prozent lehnten das generell ab, drei Prozent waren sich unsicher oder machten keine Angabe. Knapp zwei Drittel (61 %) wären damit einverstanden, wenn sich dadurch der Verkehrsfluss auf ihrer Route verbessern ließe. Ähnlich viele Befragte (57 %) gäben grünes Licht, wenn sich mithilfe ihrer Daten Mobilitätsangebote optimieren ließen.

Viel Luft nach oben

Immerhin 15 Prozent wären ohne jegliche Gegenleistung zum Teilen bereit, 13 Prozent knüpfen die Weitergabe ihrer Daten an finanzielle Vorteile. Die Hälfte der Befragten will im Gegenzug Zugriff auf Infografiken, Statistiken und andere Informationen. Für gut ein Viertel (28 %) wäre die Unterstützung der öffentlichen Forschung eine ausreichende Begründung.

Eine Mehrheit der Befragten sieht beim Mobilitätsangebot in Deutschland Verbesserungsbedarf. Nur 42 Prozent zeigten sich damit grundsätzlich zufrieden. Nicht einmal ein Drittel (31 %) hält die Angebote hierzulande für innovativ. Den meisten (81 %) sind die Möglichkeiten am Markt aktuell zu teuer. Wohl auch deshalb fordern 85 Prozent, dass die Politik vor allem digitale Mobilitäts-Angebote stärker fördert.

Die Entwicklung solcher Optionen würde durch einen einfacheren Zugang zu Daten erleichtert. Klare Mehrheiten sprechen sich dafür aus, dass vorhandene Mobilitätsdaten von öffentlichen Einrichtungen (79 %) und privaten Unternehmen (84 %) für alle nutzbar sein sollten. Bitkom-Präsident Achim Berg erklärte am Montag, Mobilitätsdaten seien der Schlüssel für den Verkehr der Zukunft. „Daten statt Diesel und Bits and Bytes statt Benzin, das ist die Formel für die Mobilität der Zukunft“, so Berg.

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