MAN forciert maritime Energiewende

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Der Pariser Vertrag legt es fest: Bis zum Jahr 2050 muss auch die Schiffsindustrie Klimaneutralität erreichen. Gelingen kann dies nur, wenn auch die bestehende, weltweite Flotte umgerüstet wird. Mit dem weltweit ersten Retrofit eines Containerschiffs auf LNG-Antrieb wurde nun der Anfang gemacht.

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Die Ostsee ist eine der am stärksten befahrenen Seefahrt-Regionen der Welt, bis zu 15% des weltweiten Fracht-Transports finden in diesen Gewässern statt. Gleichzeitig ist sie eines der am stärksten regulierten Meere und ein Vorreiter auf dem Weg zu einer grünen Schifffahrt.
Die Ostsee ist eine der am stärksten befahrenen Seefahrt-Regionen der Welt, bis zu 15% des weltweiten Fracht-Transports finden in diesen Gewässern statt. Gleichzeitig ist sie eines der am stärksten regulierten Meere und ein Vorreiter auf dem Weg zu einer grünen Schifffahrt.
(Bild: VW)

Die Ostsee ist eine der am stärksten befahrenen Seefahrt-Regionen der Welt, bis zu 15 Prozent des weltweiten Fracht-Transports finden in diesen Gewässern statt. Gleichzeitig ist sie eines der am stärksten regulierten Meere und ein Vorreiter auf dem Weg zu einer grünen Schifffahrt. Letzteres trifft auch auf MAN zu. Mit der Umrüstung eines Containerschiffs auf den Betrieb mit Flüssigerdgas erzielt das Unternehmen einen ersten Teilerfolg auf dem Weg zur Dekarbonisierung der globalen Flotte.

Umrüstung senkt Emissionen drastisch

Die Wes Amelie, ein moderner Frachter der deutschen Reederei Wessels mit einer Kapazität von 1 000 TEU, wurde im Jahr 2011 vom Stapel gelassen und ist in Nord-und Ostsee-Gewässern in Betrieb. Im September 2017 wurde ihr Antrieb erfolgreich auf Dual-Fuel-Betrieb umgestellt.

Hauptgrund für die Umrüstung waren strengere Umwelt-Regulierungen, wie Christian Hoepfner, Prokurist und Leiter der Wessels Reederei, erläutert: „Die Wes Amelie befährt stark regulierte Gewässer in der Nord- und Ostsee. In diesen Emissionsüberwachungsgebieten muss das Schiff die strengsten Umweltnormen und Emissionsgrenzwerte erfüllen. Durch die Umstellung auf einen emissionsarmen Kraftstoff sichern wir die Zukunft dieses Containerschiffs ebenso wie unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt.“

Als verschärfte Verordnungen in der Nord- und Ostsee absehbar wurden, stellte die Reederei Untersuchungen an, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Containerschiffe in dieser Zone erhöhen ließe. Ergebnis: Mit der Umstellung auf LNG (verflüssigtes Erdgas) könnten die SOx-Emissionen der Wes Amelie ihre von um mehr als 99 Prozent sinken, die NOx-Emissionen um etwa 90 Prozent und der CO2-Ausstoß um rund 20 Prozent.

Umweltschutz war dem Haus Wessels schon immer ein Anliegen . Deshalb war schnell klar, dass nur die Umstellung auf Flüssigerdgas infrage kam. Der ebenfalls mögliche Einbau einer Abgaswäschers hätte zwar den weiteren Einsatz von Schiffsdieselöl ermöglicht. Aber das bei der Abgasreinigung entstehende schwefelhaltige Abwasser hätte ins Meer gelangen können.

Unzufrieden mit der Geschwindigkeit der Branche beim Wechsel auf das umweltfreundlichere Gas forderte Dr. Uwe Lauber, CEO bei MAN Diesel & Turbo, bereits im Jahr 2015 eine „maritime Energiewende“. Mit der erfolgreichen Nachrüstung wird diese nun greifbarer: „Indem wir den Kunden Technologien für die Nachrüstung ihrer bestehenden Flotten bereitstellen, treiben wir das voran, was wir die maritime Energiewende nennen“, erklärt Dr. Uwe Lauber.

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