Jahresbilanz E-Mobilität 2017: Absatztrends in den globalen Automobilmärkten

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Studienleiter Stefan Bratzel: „Durch die Verschiebungen im Antriebsbereich und den weiter steigenden Verkäufen von SUV wird es für einige Automobilhersteller schwer die CO2-Reduktionsziele von 95 Gramm CO2 pro Kilometer in 2021 zu erreichen. Die Hersteller stehen vor der Alternative hohe Strafzahlungen und entsprechende Imageverluste in Kauf zu nehmen oder die CO2-armen E-Fahrzeuge in den Markt zu drücken und ggf. auf die üblichen Gewinnmargen zu verzichten.“

Großbritannien kann seine E-Fahrzeugverkäufe ebenfalls steigern und setzt mehr als 47.200 Einheiten ab, 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf die Plug-In-Hybride entfallen 71 Prozent, 29 Prozent der Verkäufe sind reine Elektrofahrzeuge. Letztere wachsen um 33 Prozent auf über 13.500 Einheiten. In Frankreich erhöhen sich ebenfalls die E-Auto Neuzulassungen signifikant auf 36.778 (+26%). Im Unterschied zu Großbritannien machen BEVs 68 Prozent der Elektroautoverkäufe aus, während auf Plug-in Hybride 32 Prozent entfallen.

Auch die Zahl der Vollhybride (HEV) steigt um 40 Prozent auf 81.547 Neuzulassungen. Das Dieselland Frankreich zeigt – ähnlich wie Deutschland - einen starken Rückgang der Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen auf 47 Prozent (2016: 52%). Dagegen steigt der E-Fahrzeugabsatz auf rund 37.000 Fahrzeuge, wodurch der Marktanteil auf 1,7 Prozent steigt. BEV haben einen Anteil von 68 Prozent. Aufgrund der hohen Luftbelastung wird in Paris in den letzten Monaten heftig über Pläne zu Einfahrverboten von Dieselfahrzeugen diskutiert, wodurch auch dort die Verunsicherung bei Autokäufern weiter zunimmt.

In den Niederlanden sind Ende 2016 Förderungen für Plug-In-Hybride ausgelaufen, sodass vorher eine verstärkte Nachfrage nach diesen Fahrzeugen aufgrund des Mitnahmeeffektes zu verzeichnen war. Das erklärt den starken Rückgang der Elektroverkäufe von 60 Prozent auf 9.191 Fahrzeuge in 2017 (2016: 23.114). Werden die BEVs isoliert betrachtet, haben sich die Verkäufe in 2017 um 51 Prozent gesteigert.

Entwicklungstrends der E-Mobilität bis 2030

Die Elektromobilität wird in den nächsten zwei Jahren nur moderate Wachstumsraten in wichtigen Automobilmärkten realisieren können. Allerdings rechnet das CAM auf Basis einer Szenarioanalyse mit einer deutlichen Steigerung der Marktdynamik zu Beginn der 2020er Jahre. Ausschlaggebend sind die massiven Produktanstrengungen der Hersteller und das zu erwartende regulatorische Umfeld in zentralen Autoländern.

Für Deutschland und die EU ist ab 2020 mit einem exponentiellen Anstieg des E-Autoabsatzes zu rechnen, da die OEM die CO2-Ziele erreichen müssen und Strafzahlungen verhindern dürften. Die derzeit vergleichsweise geringen Marktanteile sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein massiver Umbruch der Antriebstechnologien in den nächsten 10-15 Jahren bevorsteht.

Auf Basis der CAM-Szenarien werden die globalen Neuzulassungen von E-Autos bis zum Jahr 2020 nur moderat ansteigen und sich zwischen 2,5 Prozent (konservativ) und 6 Prozent (optimistisch) bewegen. Danach ist jedoch befeuert von einer breiten Produktoffensive der globalen Hersteller und wegen einer verbesserten Ladeinfrastruktur von einem massiven Wachstum des E-Mobilitätsmarktes auszugehen.

Im Jahr 2025 wird im optimistischen Szenario mit rund 25 Prozent bzw. 25 Millionen jährlich neu zugelassenen Elektro-Pkw gerechnet (konservativ: 12%). Diese könnten danach bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent bzw. rund 40 Mio. elektrisch angetriebener Pkw steigen (konservativ: 25%). Gleichwohl wären dann immer noch mindestens 60 Prozent der Neuzulassungen mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet.

Ausschlaggebend für die Trendkurven sind Annahmen zu den Entwicklungen im politisch-regulativen Umfeld sowie im Hinblick auf die komparativen Wettbewerbsvorteile der Elektromobilität im Vergleich zum Verbrennungsmotor. Es wird insbesondere davon ausgegangen, dass sich die Herstellkosten für Benzin- und Dieselfahrzeuge im Zuge sich verschärfender Umweltregularien in den nächsten Jahren signifikant verteuern werden.

Gleichzeitig werden die Kosten für (reine) Elektrofahrzeuge vor allem durch günstigere Batteriezellkosten pro kWh deutlich sinken und technologische Innovationen insbesondere im Hinblick auf Reichweite und Ladedauer den Kundennutzen erhöhen. Voraussetzung der Szenarien ist auch eine entsprechende Dichte von (Schnell-)Ladeinfrastrukturen in den Kernmärkten China, Europa und USA.

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