Urban Air Mobility Hyundai erwartet Flugtaxis ab 2028
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Der koreanische Autobauer will sich nach eigenem Anspruch zum „Anbieter intelligenter Mobilitätslösungen“ wandeln. Hyundai setzt dazu auf Flugtaxis, will aber auch neue, elektrisch angetriebene und für verschiedene Zwecke geeignete Fahrzeuge entwickeln.

Der koreanische Autobauer Hyundai will sich nach eigenem Anspruch zum „Anbieter intelligenter Mobilitätslösungen“ wandeln. Teil der Strategie dazu ist die so genannte „Urban Air Mobility“. Mithilfe seiner Tochter Supernal entwickelt Hyundai derzeit ein Flugtaxi. „Wir glauben, dass es 2028 Mobilität dieser Art geben kann“, sagte Jürgen Keller, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland, am Mittwochabend vor Journalisten in Frankfurt.
Im Sommer hatte Hyundai das Konzept eines elektrischen Kleinflugzeugs vorgestellt, das senkrecht starten und landen kann. Es könnte 2028 in Serie gehen, wahrscheinlich zuerst in den USA. Zudem entwickeln die Koreaner derzeit ein wasserstoffbetriebenes, größeres Luftfahrzeug für Passagiere und Fracht.
Wasserstoffantrieb in Pkw und Lkw
Wasserstoff spielt bei Hyundai schon heute eine große Rolle. Mit dem Nexo verkaufen die Koreaner als einer der weniger Hersteller einen Brennstoffzellen-Pkw, der in Serie produziert wird. Zudem hat Hyundai eine Testflotte mit Brennstoffzellen-Lkw in Europa auf der Straße. Nach dem Start in der Schweiz sind nach Angaben von Jürgen Keller auch in Deutschland inzwischen 20 Fahrzeuge im Einsatz.
In Sachen Elektromobilität gehört Hyundai in Deutschland zu den Top 3. Nur Tesla und VW verkauften im vergangenen Jahr mehr Elektroautos als die Koreaner. Der Marktanteil bei reinen E-Autos lag bei 7,1 Prozent. Etwa ein Drittel der Neuzulassungen entfielen bei Hyundai 2022 auf batterieelektrische Fahrzeuge. Insgesamt rund zwei Drittel waren mit alternativen Antrieben unterwegs – inklusive Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Mildhybrid-Varianten.
Zwei neue E-Plattformen
Für die mittelfristige Zukunft arbeiten die Entwickler bei Hyundai an zwei neuen Architekturen für Elektroautos. Die Plattform eM ist für Fahrzeuge aller Größen vorgesehen. Im Vergleich zu aktuellen Modellen soll sie 50 Prozent mehr Reichweite bieten. Zudem sollen autonome Fahrfunktionen des Levels 3+ an Bord sein. Für so genannte „Purpose built vehicles“ (PBV) ist die Plattform eS gedacht, die sich flexibel für unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt. Auf ihr sollen künftig Spezialfahrzeuge für den Einsatz in Liefer-, Logistik- und Mitfahrdiensten stehen.
Ab 2026 wollen die Koreaner alle Baureihen in Deutschland mit alternativen Antrieben anbieten. Europaweit sollen ab 2035 nur noch Nullemissionsfahrzeuge bei den Händlern stehen. Und für 2045 hat sich der koreanische Konzern vorgenommen, weltweit klimaneutral zu sein.
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