Auto-Hacking Hack des Tesla S – Chance für mehr Sicherheit im Auto

| Redakteur: Margit Kuther

Der Hack eines Smart Cars sollte nicht als Gefahr für intelligente Fahrzeuge gesehen werden, sondern als Chance für mehr Sicherheit und Verantwortung.

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Connected Car: car2x und car2car im Einsatz
Connected Car: car2x und car2car im Einsatz
(Bild: Utimaco)

„Wo Chancen sind, sind auch Risiken“, kommentiert Utimaco, ein Entwickler Hardware-basierter Sicherheitslösungen, die Meldung, wonach Studenten am Randes des Sicherheitswettbewerbs der Syscan-Konferenz in Peking einen Tesla S gehackt haben sollen.

Mehr als 80 Mikrocomputer kommunizieren in einem modernen Auto über interne Datenkanäle mit einer Vielzahl an Motorsteuergeräten, Embedded-CPUs und anderen Steuerungssystemen, die für verschiedene Funktionen verantwortlich sind. Angefangen bei der Stereo- und Klimaanlage bis hin zu den Bremsen, Airbags und auch der Lenkung (Steer-by-Wire).

Tesla Modell S: Die modernen Hightech-Karossen sind zwar gut für die Umwelt, aber empfindlich für Hacker-Angriffe
Tesla Modell S: Die modernen Hightech-Karossen sind zwar gut für die Umwelt, aber empfindlich für Hacker-Angriffe
(Bild: Tesla Motors)

CAN ist nur einer der Angriffswege bei car2x.

Der CAN (Controller Area Network) beispielsweise ist für die Verbindung zwischen dem internen und den externen Netzwerken verantwortlich. Hierzu zählen WLAN, Bluetooth und NFC, über die Drittanbieter Inhalte den bereitstellen und Daten des Fahrzeugs auslesen können. Die CAN ist nur eine der Angriffswege bei car2x, also der Kommunikation vom Fahrzeug mit der Umgebung.

car2car, Kommunikation zwischen Autos

Eine Abwandlung von car2x ist car2car, bei der das Auto mit anderen Fahrzeugen kommuniziert und auf ihr (Fahr-)Verhalten reagiert. Da es in diesem Bereich um die Sicherheit von Menschenleben geht, ist eine sichere Verbindung fundamental.

Auf dem europäischen Markt, den deutsche Automobilhersteller dominieren, sind Gespräche für übergreifende Standards mit Industrieverantwortlichen sowie Anbietern von elektronischen Komponenten geplant.

Dazu zählt auch das Verhalten bzw. die Vorgehensweise von intelligenten Fahrzeugen. Wie haben diese zu reagieren, wenn eine Notfallambulanz die Sirene einschaltet, oder wenn ein Schulbus den Warnblinker setzt, um Schulkinder ein- und aussteigen zu lassen?

Sicherheit bei car2x

Eine Manipulation der Datenströme könnte fatale Folgen haben. In Kombination mit car2x, bei Geschwindigkeitskontrollen, Umweltzonen und anderen Energiemanagement-Unterstützungssysteme könnte aber auch eine besonders sichere und umweltbewusste Fahrweise realisiert werden.

Schon bei der Entwicklung und später bei der Produktion müssen stets kritische Faktoren berücksichtigt werden, damit intelligente Fahrzeuge im Einsatz gefährliche Situationen erkennen, darunter Kurvengeschwindigkeit, Spurwechsel-und Kollision-Identifikation, und eine Warnung aussprechen können.

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Von Auto-Hacking sprechen die einen, Sicherheitschecks nennen es andere. Jedenfalls werden Versuche, Autos, insbesondere E-Autos zu hacken, immer beliebter.

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Wer meint, Datensicherheit von Autos sei ein aktuelles Thema, der irrt: Denn bereits 2008 berichtete die ELEKTRONIKPRAXIS im Beitrag Chancen und Anforderungen an aktive Sicherheitssysteme im Auto: „Ebenso muss das System vor äußeren Angriffen wie Hackern geschützt sein (Datensicherheit), damit das System nicht durch Falschinformationen manipulierbar ist.“

Über Utimaco HSM

Utimaco entwickelt seit 1994 Hardware-basierte Sicherheitslösungen. Der Utimaco-Geschäftsbreich „Hardware Security Module“ entwickelt und fertigt am Standort Aachen Produkte für den Schutz von elektronischen Werten von Unternehmen, Banken und Behörden.

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