Grenzerfahrung: So werden Fahrzeugteile auf die Probe gestellt

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Bevor ein Seat in die Serienproduktion geht, werden alle montierten Teile einer regelrechten Tortur unterzogen: Das reicht von monsunartigen Regenfällen bis hin zu hunderttausenden Steinschlägen.

Die Sitzlehnen bei jedem Fahrzeugmodell werden bis zu 20.000 Mal umgeklappt, um ihre Widerstandsfähigkeit zu prüfen.
Die Sitzlehnen bei jedem Fahrzeugmodell werden bis zu 20.000 Mal umgeklappt, um ihre Widerstandsfähigkeit zu prüfen.
(Bild: Seat)

Jedes Modell eines Autobauers wird vor seiner Markteinführung extremen Tests unterzogen. Neben der Überprüfung der Widerstandsfähigkeit und der Sicherheit, kann dadurch auch die Abnutzung der Materialien vorhergesagt werden.

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Der katalanische Autobauer Seat hat nun veröffentlicht, was ein jedes Fahrzeug der VW-Tochter über sich ergehen lassen muss, bevor es die endgültige Serienreife bescheinigt bekommt. Die meisten Tests werden durchgeführt, wenn das Modell noch ein Prototyp ist. Andere werden wiederum an allen Produktionsfahrzeugen durchgeführt, kurz bevor sie das Werk verlassen.

Räder, die viermal um die Welt rollen

Rund 50 Ingenieure testen die Prototypen, indem sie mehr als 1,2 Millionen Kilometer pro Jahr in extremem Gelände fahren. Alle Radbauteile müssen sowohl den eisigen Straßenverhältnissen in Russland als auch der sengenden 50-Grad-Hitze der marokkanischen Wüste standhalten.

Steinschläge über eine Strecke von 3.000 Kilometern

Hunderttausende Gesteinsfragmente treffen das Untergestell eines Fahrzeugs, die Radläufe oder die Stoßfänger im Laufe der Entwicklungsphase eines Fahrzeugs. Dabei wird beobachtet, wie diese Teile das Befahren einer 3.000 Kilometer langen Strecke über unebenes Gelände verkraften.

20.000 Reibungsbewegungen pro Sitz

Einsteigen, aussteigen, einsteigen, aussteigen – und das 20.000 Mal hintereinander. Dieser Test wird glücklicherweise von einer Maschine ausgeführt, die nahezu perfekt simuliert, wie Fahrer und Beifahrer im Auto sitzen und sich an den Stoffen der Sitzpolster und Rückenlehnen reiben. Darüber hinaus werden die Sitzlehnen bei jedem Fahrzeugmodell bis zu 20.000 Mal umgeklappt, um ihre Widerstandsfähigkeit zu prüfen.

5.000 Knopfdrücke

Jeder Schalter, Dreh- und Steuermechanismus muss ein Gefühl von Qualität und Präzision auf Knopfdruck vermitteln. Aus diesem Grund werden die Tasten auf dem Navigationsbildschirm, dem Radio und der Klimaanlagenschaltung bis zu 5.000 Mal betätigt. Die Haptik-Abteilung, die alle mit Berührungen zusammenhängenden Interaktionen untersucht, führt diese Tests bereits drei Jahre vor der Einführung der Fahrzeuge durch.

30.000 Mal Türen schließen

Das Geräusch des Türschließens hinterlässt beim Käufer eines Neuwagens einen bleibenden Eindruck. Deshalb werden 30.000 Schließungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass bei keinem Modell ein Klappern, sondern ein leichtes Klicken zu hören ist, das dem Kunden das Gefühl von fest verschlossenen Türen vermittelt.

2.500 Liter monsunartige Regenfälle

Ein weiterer Test, dem die mehr als 2.200 täglich vom Band gehenden Fahrzeuge unterzogen werden, lautet: zehn Minuten lang insgesamt 2.500 Litern Regenwasser standzuhalten. Die Autos haben diese Prüfung bestanden, sobald bestätigt wurde, dass der Fahrzeuginnenraum vollständig wasserdicht ist. Übrigens: Um nicht unnötigerweise Wasser zu verschwenden, laufen die 2.500 Liter in ein Auffangbecken ab und werden jedes Mal wiederverwendet.

Zwei Millionen Kilometer Testfahrten auf der Straße

Ziel dieses Tests ist es, die einwandfreie Funktion des Bremssystems zu überprüfen und zu bestätigen, dass es keine störenden Geräusche von sich gibt. Dies ist der abschließende Test, bevor ein neues Modell an die Händler ausgeliefert wird. Die Fahrer, die den Autos das Letzte abverlangen, legen jedes Jahr insgesamt zwei Millionen Kilometer auf einer Strecke mit unebenen Oberflächen und Abhängen, über Kopfsteinpflaster und auf insgesamt sechs verschiedenen Bodenbelägen zurück.

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