Verkehr Greenpeace fordert: Kurzstreckenflüge verbieten, wenn es 6-Stunden-Zug-Alternative gibt

Autor Christoph Seyerlein

Sollten Kurzstrecken-Flüge aus Klimaschutzgründen verboten werden? Greenpeace befeuert mit einer neuen Untersuchung einmal mehr jene Debatte.

Über Kurzstreckenflüge wird weiter diskutiert.
Über Kurzstreckenflüge wird weiter diskutiert.
(Bild: Flughafen Muenchen)

Kurzstreckenflüge sind Umweltaktivisten ein Dorn im Auge. Doch wie gut sind die Alternativen? Laut der Organisation Greenpeace gibt es in Europa für knapp jeden Dritten (29 %) der meistgenutzten Kurzstreckenflüge in Europa eine Zug-Lösung, die weniger als sechs Stunden braucht. Greenpeace fordert anhand dieser Daten, jene Flüge, bei denen es diese Alternativen gibt, zu verbieten.

Allein in Deutschland könnten so jährlich 1,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, heißt es in der Analyse weiter. Ein Drittel der 150 meistgenutzten Kurzstreckenflüge würden hierzulande ausgehen oder ankommen. Dafür brauche es neben den Verboten zudem bessere Tages- und Nachtzugverbindungen, so Greenpeace.

Ungelöste Probleme

Gerade innerdeutsch dürfte es auf einigen Strecken beim Faktor Zeit auch in Zukunft für die Bahn schwierig sein, mit dem Flugzeug zu konkurrieren. Zwischen Hamburg und München stehen aktuell beispielsweise etwa sechs Stunden Zugfahrt rund einer Stunde Flugzeit gegenüber. Dieser Unterschied ist auch trotz Wartezeiten beim Check-in kaum wettzumachen und dürfte das Bahnfahren für Menschen mit wenig Zeit nicht attraktiv machen.

Hinzu kommt eine Preisproblematik. Obwohl Flüge ein Vielfaches an CO2-Emissionen bedeuten, sind die Tickets im Vergleich zu Bahn-Fahrkarten teilweise kaum teurer oder sogar günstiger.

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