Schienennetz Gedrängel auf den Gleisen

Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

Der Personen- und Güterverkehr nimmt stetig zu, beim Schienennetz bleibt alles beim Alten. Damit es nicht irgendwann zum Stillstand kommt, fordert der Verband Allianz pro Schiene neue Strecken.

Dieses Bild würde der Verband künftig gerne häufiger sehen.
Dieses Bild würde der Verband künftig gerne häufiger sehen.
(Bild: Frank Kniestedt/Deutsche Bahn)

Der Interessenverband Allianz pro Schiene hat erneut mehr Tempo beim Ausbau der Schieneninfrastruktur gefordert. „Ohne eine rasche Erweiterung des Schienennetzes droht eine Verstopfung auf Deutschlands Gleisen, wenn die Wirtschaft nach Ende der derzeitigen Krise wieder auf Touren kommt“, teilte Verbandschef Dirk Flege am Freitag (19. März) mit. Das Schienennetz sei seit 1995 um fast 15 Prozent geschrumpft. Auch 2020 sei kein einziger neuer Kilometer hinzugekommen, betonte Flege. Gleichzeitig seien die Verkehre deutlich gewachsen: der Personenverkehr demnach um 41 Prozent im selben Zeitraum, der Güterverkehr um 83 Prozent. „Auf dem deutschen Schienennetz wird es immer enger. An neuralgischen Punkten ist das Gedrängel längst unerträglich.“

12,7 Milliarden Euro fließen ins Schienennetz

Die Deutsche Bahn hatte erst kürzlich angekündigt, in diesem Jahr eine Rekordsumme von rund 12,7 Milliarden Euro ins Schienennetz investieren zu wollen. Bund, Länder und Konzern hatten sich 2019 auf Milliardeninvestitionen geeinigt, die die Ausgaben vorangegangener Jahre deutlich überschreiten. Vor allem bei digitalen Techniken entlang der Strecke sowie bei den Stellwerken will die Bahn zügig vorankommen. Allerdings fließe das Geld fast ausschließlich in Modernisierung und Erhalt des bestehenden Streckennetzes, monieren Kritiker. Das Gleisnetz in Deutschland umfasst derzeit rund 33.000 Kilometer. „Mit den geltenden Haushaltsplänen kann die Schrumpfung des Schienennetzes gestoppt, aber nicht umgekehrt werden“, warnte Flege.

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