Fahrprüfungen Führerscheinanwärter müssen teils bis 2022 auf Prüfungstermine warten

Autor / Redakteur: dpa / Nick Luhmann

Der Weg zur praktischen Fahrprüfung ist für Anfänger ohnehin mit hohen Kosten und Stress verbunden. Jetzt kommen für einige auch noch lange Wartezeiten auf einen Prüfungstermin hinzu.

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Führerscheinprüfer bewerten die Fahrleistung der Schüler mittlerweile per Tablet.
Führerscheinprüfer bewerten die Fahrleistung der Schüler mittlerweile per Tablet.
(Bild: Auto-Medienportal.Net/Dekra)

Fahranfänger, die ihre praktische Führerscheinprüfung ablegen wollen, müssen derzeit mit ungewöhnlich langen Wartezeiten für einen Termin rechnen. Durchschnittlich müsse von einer Wartezeit zwischen drei und fünf Wochen ausgegangen werden, sagte der Geschäftsführer des Tüv-Verbands, Joachim Bühler. Er führt die Verzögerungen vor allem auf die Einschränkungen in der Corona-Pandemie zurück.

Je nach Region könnten kürzere oder längere Wartezeiten auftreten. „Läuft der Prüfungsbetrieb wie im Moment weiter, rechnen wir damit, dass wir die hohe Nachfrage nach Fahrerlaubnisprüfungen je nach Region im Zeitraum vom vierten Quartal 2021 bis zum Ende des ersten Quartals 2022 abgearbeitet haben.“

Einmaliger Nachfrage-Peak

Nach Angaben Bühlers brachten die Einschränkungen in der Corona-Pandemie den Ausbildungs- und Prüfungsbetrieb zeitweise zum Erliegen. Gleichzeitig seien der Theorieunterricht und die theoretischen Prüfungen in den meisten Ländern weitergelaufen. „Das Ergebnis: Nach Ende der Lockdowns ist die Nachfrage nach Terminen für die praktische Prüfung in die Höhe geschossen. Das gab es in der Form noch nie“, sagte Bühler.

Hinzu kam demnach, dass Prüfer an Corona erkrankten oder in Quarantäne gehen mussten. „Auch bei Bewerbern und Fahrlehrern kam es vermehrt zu krankheitsbedingten Terminabsagen.“

Die Verzögerungen im Prüfbetrieb bekommen Anfänger wohl auch finanziell zu spüren. „Wegen der Wartezeiten nehmen die Fahrschüler vor der Prüfung noch mal Stunden, um nicht aus der Übung zu kommen“, sagte Fahrlehrer Peter Hörnle aus Ochsenhausen in Baden-Württemberg. Zwei bis vier Stunden seien das durchschnittlich. Dadurch werde der Führerschein teurer. „Es braucht mehr Prüfer oder der Tüv muss sein Monopol bei den Fahrprüfungen verlieren“, forderte der 57-Jährige.

Sachverständige helfen aus

Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzt der Tüv gemeinsam mit den Fahrlehrerverbänden auf Maßnahmen, die vor allem das Personal betreffen. „Die Fahrprüfer leisten Mehrarbeit und verschieben in Absprache mit dem Betriebsrat ihren Urlaub. Soweit möglich, werden amtlich anerkannte Sachverständige aus anderen Arbeitsgebieten ausgeliehen, zum Beispiel aus der Hauptuntersuchung von Fahrzeugen“, so Bühler. Einige Prüfer würden sogar aus dem Ruhestand zurückgeholt.

Für die Verärgerung einiger Prüflinge über die langen Wartezeiten hat Bühler Verständnis, wie er sagt. Die Monopol-Stellung des Tüv sieht er aber nicht als Ursache des Problems: „Wenn die Alleinbeauftragung fällt, gibt es nicht automatisch mehr Prüfkapazitäten. Auch dort, wo es eine freie Wahl der Prüforganisation gibt, gab es Verzögerungen. Das zeigt, dass wir uns mit den konkreten Herausforderungen und nicht mit Systemfragen beschäftigen sollten.“

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