Mikromobilität Fords E-Scooter-Tochter Spin gibt in Deutschland auf

Kommt es im Wettbewerb der E-Scooter-Verleiher bald zu einer Konsolidierung? Erste Anzeichen dafür gibt es. Mit Spin zieht sich ein Anbieter nach rund anderthalb Jahren wieder aus Deutschland zurück. Auch in Portugal, Spanien und einigen US-Städten ist Schluss. Ein Viertel der Mitarbeiter kostet das den Job. Was zu der Entscheidung geführt hat und wie es mit der Marke weitergeht.

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Seit Mitte 2020 war Spin in Deutschland aktiv. Jetzt zieht der Anbieter den Stecker.
Seit Mitte 2020 war Spin in Deutschland aktiv. Jetzt zieht der Anbieter den Stecker.
(Bild: Spin)

Es bleibt bei einem kurzen Intermezzo: Mitte 2020 startete der E-Scooter-Verleiher Spin in einigen Städten in Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Sommer folgte dann die Expansion nach Berlin. Doch nun zieht die Ford-Tochter hierzulande den Stecker. Noch in diesem Monat wird Spin den Betrieb in Deutschland einstellen, wie CEO Ben Bear in einem offenen Brief an die Belegschaft mitteilte.

Auch in Portugal streicht der Anbieter noch im Januar die Segel, Spanien folgt im Februar. Und in den USA will er sein Angebot spürbar verknappen. Grund dafür ist offenbar, dass Spin nicht aus den roten Zahlen kommt. Bear schrieb: „Wir beginnen jetzt damit, uns aus fast allen nicht regulierten Märkten weltweit zurückziehen, um schneller profitabel zu werden.“ Etwa jeder vierte der mehr als 700 Mitarbeiter verliert aufgrund der Entscheidung seinen Job. Betroffenen wolle man Abfindungspakete anbieten. Wer wolle, könne auch seinen Firmenlaptop behalten.

In den erwähnten Märkten gebe es beispielsweise keine Fotten-Obergrenzen, es komme zu ständigen Umbrüchen und es gebe ein Rennen um den niedrigsten Preis, schreibt Bear weiter. „Vor allem aber sind wir nicht in der Lage, unseren Fahrern und Städepartnern den verlässlichen und hochwertigen Service zu bieten, auf den wir so stolz sind“, so der CEO.

Spin gibt es künftig noch in drei Ländern

Künftig wird Spin damit nur noch in den USA, Kanada und Großbritannien vertreten sein. Und dort auch nur in Städten, die lediglich einzelnen E-Scooter-Verleihern eine Erlaubnis für ihre Geschäfte erteilen. Unter solchen Voraussetzungen könne man doppelt so viel verdienen wie in den Märkten, aus denen man sich jetzt zurückziehe, erklärte Bear. Überall wo man bleibe, habe man bereits in den letzten 12 Monaten schwarze Zahlen geschrieben, so der Chef weiter.

Der Wettbewerb in der E-Scooter-Branche hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Verschiedene Anbieter wie Lime, Tier oder Voi rüsteten sich mit teils hohen Summen von Investoren. Mit Bird wagte bereits ein erster Marktteilnehmer den Gang an die Börse.

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