Ford streicht 12.000 Jobs und sechs Standorte in Europa

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Ford will in Europa 12.000 Arbeitsplätze streichen, über 5.400 davon alleine in Deutschland. Die Zahl der Standorte soll bis Ende 2020 um sechs auf 18 reduziert werden, wie der US-Konzern am Donnerstag mitteilte.

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Die Grundlage von Fords neuem Geschäftsmodell für Europa ist ein breit aufgestelltes Programm zur Effizienzsteigerung.
Die Grundlage von Fords neuem Geschäftsmodell für Europa ist ein breit aufgestelltes Programm zur Effizienzsteigerung.
(Bild: Ford)

Ford will seine Effienz steigern und hat den Rotstift angesetzt: Rund 12.000 Jobs werden in Europa gestrichen. Zudem werden sechs Standorte geschlossen. Es geht um Werksschließungen in Russland, Frankreich und Großbritannien, in der Slowakei wurde ein Werk verkauft. Die Werkspläne waren bereits bekannt, die Gesamtzahl der in Europa wegfallenden Jobs ist hingegen neu. In Deutschland ist Ford mit seiner Europazentrale und Werken in Köln sowie mit einem Werk in Saarlouis vertreten, hinzu kommt eine kleinen Forschungsanlage in Aachen. Diese Anlagen stehen nicht auf der Streichliste, ihr Personal wird aber reduziert.

Seit längerem liegt bereits das Vorhaben auf dem Tisch, in Deutschland 5.400 Stellen zu streichen - diese sind eingerechnet bei der Streichzahl für Europa. Bei der Stellenreduktion in Deutschland kommt man voran: Es sind bereits mehr als 3.200 Mitarbeiter ausgeschieden oder wollen dies tun, etwa weil sie Abfindungen angenommen haben.

Die Trennung von Mitarbeitern und die Schließung von Werken seien «die härtesten Entscheidungen», sagte und betonte zugleich gute Gespräche mit der Arbeitnehmerseite, um die Folgen der Jobkürzungen für die Betroffenen zu mildern. Man konzentriere sich «auf den Aufbau einer langfristigen nachhaltigen Zukunft für unser Geschäft in Europa».

„Die Trennung von Mitarbeitern und die Schließung von Werken sind die härtesten Entscheidungen, die wir treffen und in Anerkennung der Auswirkungen auf Familien und die Gesellschaft, gewähren wir Unterstützung, um diese zu mildern,“ sagte Ford-Europachef Stuart Rowley. „Wir sind für die laufenden Beratungen mit unseren Betriebsräten, Gewerkschaftspartnern und gewählten Vertretern dankbar. Zusammen entwickeln wir uns weiter, konzentriert auf den Aufbau einer langfristigen nachhaltigen Zukunft für unser Geschäft in Europa.“

Ford Europa war 2018 tief in der Verlustzone, inzwischen sieht es etwas besser aus - für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einer «erheblichen Verbesserung» des Finanzergebnisses. In Großbritannien wird künftig das für Ford besonders wichtige Nutzfahrzeuggeschäft geführt, Köln wiederum bleibt Zentrum für das europäische Pkw-Geschäft. Das von Ford lange vernachlässigte Thema Elektrofahrzeuge soll künftig wichtiger werden, ein erstes E-Auto soll Ende 2020 als Import aus den USA auf den Markt kommen. –dpa

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