CO2-neutrale Mobilität „Fernab von etablierten Denkmustern“

Von Annedore Bose-Munde

Als Zulieferer von Komponenten für die E-Mobilität setzt Arnold Umformtechnik auf nachhaltige Produktionsansätze mit Blick auf möglichst umfassende CO2-Reduktionen. Geschäftsführer Ralf Lagerbauer, erläutert, wie das in der täglichen Praxis umgesetzt wird.

Ralf Lagerbauer, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing bei Arnold Umformtechnik: „Die E-Mobility gilt quasi als Symbol für Wandel in der Branche.“
Ralf Lagerbauer, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing bei Arnold Umformtechnik: „Die E-Mobility gilt quasi als Symbol für Wandel in der Branche.“
(Bild: Arnold Umformtechnik)

Herr Lagerbauer, was bedeutet es für Arnold, Komponenten für die Elektromobilität zu fertigen?

Grundsätzlich stellen wir Verbindungselemente für verschiedenste Einsatzbereiche her – unter anderem für die Automobilindustrie. Die E-Mobility gilt jedoch quasi als Symbol für den Wandel in der Branche. Vor diesem Hintergrund ist es sehr motivierend, dass wir mit unseren Verbindungssystemen diesen Transformationsprozess begleiten dürfen.

Was ist anders in diesem Themenfeld?

Durch die Fokussierung auf die E-Mobilität ist die Diskussion mit den Kunden viel intensiver. Es geht immer primär darum, für ein Problem eine geeignete Lösung zu finden, fernab von etablierten Denkmustern.

Bei Arnold Umformtechnik haben wir fünf strategische Stoßrichtungen: E-Mobilität, Leichtbau, Digitalisierung, Internationalisierung und Nachhaltigkeit. Genau diese Themen gehören auch zu den Unternehmenszielen und -politik unserer Kunden in der Elektromobilität. Das bedeutet, dass wir einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, das Gesamtsystem zu entwickeln und zu realisieren, und nicht nur mit Blick auf den Antrieb agieren. Wir treiben die Lösungen gemeinsam voran. Das ist spannend und schafft für unsere Kunden und für uns eine Lernkurve.

Was kennzeichnet die Kunden im Sektor Elektromobilität?

Unternehmen, die dort tätig sind, müssen sich komplett neu orientieren und neue Herausforderungen bewältigen. In der Verbindungstechnik ist beispielsweise Dichtigkeit sehr wichtig. Es darf keinesfalls ein Leck im Battery Pack sein; zudem müssen Wartungszugänge konzipiert werden. Wichtig ist auch das „Denken in Strom“, also das Thema Leitfähigkeit in der Verbindungstechnik. So werden Produkte mitunter zusätzlich zur Stromübertragung genutzt, um zwei Anforderungen gleichzeitig abzudecken. Es werden also andere Materialien, Verarbeitungsverfahren und Oberflächen als bisher genutzt. Für die Player, die hier agieren, ist ein Austausch wichtig, denn alle wollen wissen, wohin die Reise beim Antriebsstrang mit Blick auf Verbindungstechnik geht. Das gilt für Start-ups genauso wie für etablierte Automobilhersteller. Und so wird sehr häufig eine Entwicklungspartnerschaft angestrebt. Insgesamt wird die zunehmende Fokussierung auf Elektromobilität sehr viel auf dem Markt bewegen.

Wie kann ein Hersteller von Verbindungstechnik für Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion sorgen?

Über eine komplette Wertschöpfungskette hinweg betrachtet, entsteht für jedes Produkt ein individueller Footprint. Und so kann jede kleine Schraube und jedes Kaltumformteil ein Klimaschützer sein, auch wenn das auf den ersten Blick unwahrscheinlich zu sein scheint.

Mit der Initiative ACO2-Save bieten wir für die Kunden vielfältige Möglichkeiten, CO2 einzusparen. So startet die Konstruktion mit einer FEM-Simulation, die mit einem CO2-Kalkulator verknüpft werden kann. Dieser berechnet im Vorfeld den Footprint, der bei der Herstellung des Bauteils entsteht. Unterschiedliche Lösungen können dann miteinander verglichen werden.

Verbindungselemente für eine CO2-neutrale Mobilität

Wussten Sie schon, dass jede kleine Schraube ein Klimaschützer sein kann und zusätzlich Zeit, Geld & Gewicht in der Automobilproduktion einspart? In einem Webinar präsentiert Ihnen Arnold Umformtechnik Beispiele seiner Nachhaltigkeits-Initiative ACO2-Save. Sie erfahren: Wie die Herausforderungen der Mobilität von morgen durch innovative Verbindungselemente beantwortet werden können, warum es wichtig ist, jede, auch noch so kleine Schraube als Klimaschützer zu betrachten, wie Sie den Product Carbon Footprint bereits im Entwicklungsprozess entscheidend reduzieren können, wie alternative Produktionsmethoden enorme Emissionseinsparungen ermöglichen und wie innovative Verbindungselemente ein Downsizing der Gesamtverbindung ermöglichen und somit Gewicht, CO2 und Kosten senken.

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Haben Sie dazu ein konkretes Beispiel?

Etwa ein Wechsel der Produktionstechnologie oder eine Direktverschraubung anstatt Schrauben mit Muttern. Für eine spanabhebend hergestellte Sonderschraube zum Beispiel wurde bisher ein Drehteilrohling verwendet, der ein Ausgangsvolumen von 25.630 Kubikmillimeter und ein Gewicht von 69,2 Gramm pro Stück hatte. Durch eine ACO2-Save-Analyse wurde das Teil auf ein Umformteil umgestellt. Der Rohling hat jetzt noch ein Volumen von 9.135 Kubikmillimeter und wiegt 24,82 Gramm.

Welche Rolle nimmt die E-Mobilität bei Arnold Umformtechnik ein?

Seit dem Jahr 2006 beschäftigen wir uns konsequent mit diesem Thema und haben komplexe Kompetenzen aufgebaut. Heute sind wir einfach stolz, dass wir in diesem Zukunftssegment agieren und sehr viele Kunden auf unser Know-how vertrauen.

Zur Person

Ralf Lagerbauer, 52, verantwortet als Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei Arnold Umformtechnik die Standorte Deutschland, USA und China. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Würth Industrie Service GmbH sowie später bei der Würth Group, wo er unter anderem verschiedene internationale Geschäftsführerpositionen innehatte. Zudem ist Lagerbauer Mitglied des Verwaltungsrates der Denios SE.

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