Studie Fast zwei Drittel der E-Auto-Interessenten würden auch ohne Umweltbonus zuschlagen

Autor Andreas Wehner

Immer mehr Deutsche können sich vorstellen, auf ein Elektroauto umzusteigen. Laut einer Studie gibt bei einer deutlichen Mehrheit der E-Auto-Interessenten die staatliche Förderungen dabei nicht den entscheidenden Ausschlag.

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Elektroautos werden immer gefragter.
Elektroautos werden immer gefragter.
(Bild: Volkswagen)

Das Interesse der Deutschen, ein Auto zu kaufen, ist trotz der Unsicherheiten durch Corona so hoch wie selten zuvor. Wie aus der Studie „Trends beim Autokauf 2021“ des Tankstellenbetreibers Aral hervorgeht, wollen 40 Prozent der Autofahrer in den kommenden 18 Monaten wieder ein Fahrzeug erwerben. Das ist der zweithöchste Wert, seit die Studie im Jahr 2003 zum ersten Mal durchgeführt wurde. Nur 2017 hatten noch mehr Befragte einen Autokauf geplant.

Stark stieg dabei das Interesse an elektrifizierten Autos. Bei der Erhebung im Jahr 2019 setzten zwei Drittel noch auf Diesel- oder Ottomotoren. Inzwischen ist das Kräfteverhältnis zwischen reinen Verbrennern und alternativen Antrieben deutlich ausgeglichener.

Interesse an E-Autos mehr als verdoppelt

27 Prozent der Befragten gaben an, sich ein Hybridfahrzeug zulegen zu wollen. Das Interesse an einem rein elektrisch betriebenen Fahrzeug hat sich innerhalb von zwei Jahren auf 15 Prozent mehr als verdoppelt. Dagegen sank der Anteil der Benziner-Interessenten von 55 Prozent 2019 auf 32 Prozent in diesem Jahr. Einen Diesel wollen laut aktueller Studie 16 Prozent der Befragten haben. Vor zwei Jahren waren es noch 12 Prozent.

Wer sich für ein E-Auto interessiert, ist bereit, dafür deutliche Mehrpreise zu zahlen. Wäre das gewünschte Modell auch als reiner Stromer verfügbar, würden Kaufinteressenten im Durchschnitt 7.085 Euro mehr ausgeben. Vor zwei Jahren lagen die akzeptierten Mehrausgaben dagegen nur bei 3.210 Euro.

Der potenzielle Elektroauto-Kauf hängt bei der Mehrheit der Stromer-Interessenten auch nicht von der Umweltprämie ab. 62 Prozent aus jener Befragten-Gruppe gaben an, dass sie auch ohne staatliche Förderung einen Stromer kaufen.

Nur Wenige erwarten schnelles Verbrenner-Aus

Nach einem möglichen Verbrenner-Aus befragt, erwartet die Mehrheit dennoch nur einen langsamen oder gar keinen Abschied. 17 Prozent gaben an, dass sie nicht damit rechnen, dass der klassische Verbrenner irgendwann ganz verschwindet. Weitere 42 Prozent erwarten das erst in 20 Jahren. Nur 13 Prozent glauben, dass das Elektroauto den klassischen Verbrenner schon in fünf Jahren komplett ersetzen könnte.

Aral lässt die repräsentative Studie „Trends beim Autokauf“ alle zwei Jahre durchführen. Bei der letzten Erhebung im Frühjahr 2021 wurden 1.000 Autofahrer zu ihren Vorlieben beim Autokauf sowie ihrer Einstellung zu Mobilitätsthemen befragt.

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