EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor

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„Wirtschaft: Europa muss bei US-Autozoll-Drohung hart bleiben“

Anhörung im US-Handelsministerium: Marshall Miller, Präsident von Miller and Company, hält ein Foto eines Oldtimer-Lastwagens hoch, von dem er sagt, er sei von früheren US-Tarifen betroffen. Er sprach während einer Anhörung im Handelsministeriums über die Untersuchung, ob Autoimporte die nationale Sicherheit gefährden. Ob die USA im Konflikt mit Handelspartnern wie der Europäischen Union zusätzliche Einfuhrzölle auf Autos erheben, ist laut Handelsminister Ross noch nicht klar. Bei einer Anhörung des Handelsministeriums warnten Branchenvertreter vor steigenden Produktionskosten.
Anhörung im US-Handelsministerium: Marshall Miller, Präsident von Miller and Company, hält ein Foto eines Oldtimer-Lastwagens hoch, von dem er sagt, er sei von früheren US-Tarifen betroffen. Er sprach während einer Anhörung im Handelsministeriums über die Untersuchung, ob Autoimporte die nationale Sicherheit gefährden. Ob die USA im Konflikt mit Handelspartnern wie der Europäischen Union zusätzliche Einfuhrzölle auf Autos erheben, ist laut Handelsminister Ross noch nicht klar. Bei einer Anhörung des Handelsministeriums warnten Branchenvertreter vor steigenden Produktionskosten.
(Bild: Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa)

Die drohenden hohen Zölle auf in die USA exportierte Autos erfordern aus Sicht der deutschen Wirtschaft ein entschlossenes Vorgehen der Europäer. Man müsse die amerikanische Seite sehr deutlich auf die möglichen Risiken auch für Jobs in den Vereinigten Staaten hinweisen, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer den Blättern der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Freitag).

„Klar ist, Zölle und Gegenzölle kosten letztlich Arbeitsplätze und Investitionen auf beiden Seiten des Atlantiks“, betonte er. Für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stehe fest: „Angesichts der drohenden US-Strafzölle auf Autos muss sich Europa geschlossen und selbstbewusst zeigen. Sonst besteht die Gefahr, dass Zugeständnisse Europas zu immer neuen Zumutungen aus den USA führen.“

Die EU-Kommission hatte US-Präsident Donald Trump vor einem geplanten Krisentreffen vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Eine Erhebung hoher Autozölle wäre verheerend und würde eine neue düstere Wirklichkeit schaffen, sagte Handelskommissarin Cecilia Malmström am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Stiftung German Marshall Fund. Mit den Mitgliedstaaten werde schon an einer Liste mit US-Produkten gearbeitet, auf die Vergeltungszölle verhängt werden könnten.

Ob im Konflikt mit Handelspartnern wie der EU zusätzliche Einfuhrzölle auf Autos erhoben werden, ist laut Handelsminister Wilbur Ross noch nicht klar. Es sei „eindeutig zu früh“, um den Ausgang der entsprechenden Untersuchung vorherzusagen, erklärte er bei einer Anhörung in Washington. Vertreter der Autobranche appellierten dabei an die US-Regierung, ihre Pläne zu überdenken. Diplomaten der EU sowie Kanadas und Mexikos kritisierten die USA teils scharf. Es gab in Washington auch Proteste von Amerikanern, die für internationale Autohersteller arbeiten.

Schweitzer sagte, er hoffe, dass bei dem Treffen zwischen den EU-Vertretern Malmström und Juncker und US-Präsident Trump Fortschritte möglich seien: „Es wäre so wichtig, endlich über weniger Zölle zu sprechen – zum Beispiel im Rahmen eines umfassenden Handelsabkommens oder eines multilateralen Automobil-Abkommens.“ Auch der Präsident des deutschen Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, hatte die hohe Bedeutung der deutschen Unternehmen für die US-Wirtschaft herausgehoben.

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sagte der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft: „Nach allem, was US-Präsident Trump angekündigt hat, gibt es keine Alternative dazu. Ich halte es für richtig, dass die Europäische Union ihm die Stirn bietet.“ Die Lobbyisten der Autohersteller rechneten den Regierungsvertretern in Washington vor, dass die Zölle zu drastischen Preiserhöhungen und Jobverlusten führen könnten.

(dpa)

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