Ladeinfrastruktur England zieht Pläne für Ladesäulen-Pflicht zurück

Von Ampnet

Je ein Ladegerät ab einer Parkplatzgröße von 20 Fahrzeugen: Im November verkündete Boris Johnson entsprechende Pläne. Jetzt wurden sie teilweise zurückgenommen.

Keine Ladesäulenpflicht für alle bestehenden Gewerbeparkplätze: In England sind entsprechende Pläne zurückgezogen worden.
Keine Ladesäulenpflicht für alle bestehenden Gewerbeparkplätze: In England sind entsprechende Pläne zurückgezogen worden.

Sie hat sich viel vorgenommen, die Regierung des britischen Premiers Boris Johnson: Schon 2030 sollen in UK keine Autos mehr mit Verbrennungsmotor verkauft werden, Tausende von Windrädern in Land und Meer installiert sein. Teil des ambitionierten Zehn-Jahres-Plans: Jedes Geschäft und jede Firma mit 20 oder mehr Parkplätzen sollte verpflichtet werden, mindestens eine Ladesäule zu installieren. Doch jetzt ist diese Vorgabe stillschweigend wieder kassiert worden.

Die zuständige Behörde, das britische Department for Transport (DfT), teilt laut einem Bericht der Zeitung „Guardian" mit, dass die Regelung nur noch für neue oder frisch renovierte Geschäftsräume gilt. Der Grund dafür kann kaum überraschen: Das DfT fürchtet, dass die hohen Kosten zu einer unzumutbaren Belastung für die ohnehin von Brexit-Wirren gebeutelte Wirtschaft werden. Die Installation einer Ladesäule koste rund 1.500 Pfund Sterling, etwa 1.800 Euro.

Kritik von Umweltorganisationen

Organisationen wie „Transport & Environment" kommentieren die neue Politik mit Verärgerung: Es sei „unerklärlich, dass eine Regierung, die sich der Abschaffung konventioneller Autos verschrieben hat, ihre eigenen Vorschläge nicht durchzieht.“ Das DfT verlautete, „es werde eine alternative Richtlinie entwerfen“.

Die großen britischen Supermarktketten, etwa Asda, Sainsbury's und Waitrose, haben laut des Guardian inzwischen damit begonnen, Ladegeräte für Elektroautos zu installieren – damit ihre Kunden während des Einkaufs ihr Fahrzeug laden können.

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