Elektromobilität Elektro-Boom erreicht langsam den Gebrauchtwagenmarkt

Autor Christoph Seyerlein

Elektrifizierte Neuwagen werden in Deutschland stark gefördert. Bei elektrischen Gebrauchtwagen gilt das nur für eine Minderheit. Dennoch ist auch in dem Bereich ein schnell steigende Nachfrage festzustellen. Woran das liegen könnte.

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Gebrauchtwagen mit E-Kennzeichen werden häufiger.
Gebrauchtwagen mit E-Kennzeichen werden häufiger.
(Bild: Volkswagen)

Gebrauchtwagen sind in Deutschland gefragte Produkte. Im vergangenen Jahr wechselten trotz Corona mehr als sieben Millionen Gebrauchte hierzulande den Halter. In diesem Jahr laufen die Geschäfte bis dato noch um fünf Prozent besser als 2020 und bewegen sich damit fast schon wieder auf Vorkrisenniveau.

Ähnlich wie bei den Neuwagen zieht auch in jenem Bereich mehr und mehr ein Trend ein: Die Verbraucher interessieren sich zunehmend für elektrifizierte Fahrzeuge.

Lässt sich das bei Neuzulassungen auch mit der hohen staatlichen Förderung erklären, ist das bei Gebrauchtwagen weniger der Fall. Denn diese werden nur dann subventioniert, wenn die Erstzulassung nicht länger als ein Jahr zurückliegt. Zudem darf das Auto noch nicht in Deutschland oder einem anderen Land gefördert worden sein.

Plug-in-Hybride noch stärker gefragt als reine E-Autos

Dennoch sind die Elektro-Zahlen im Gebrauchtwagengeschäft im ersten Halbjahr hierzulande stark gestiegen, wie aus einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Dataforce hervorgeht. Am stärksten fiel das Wachstum dabei allerdings nicht bei reinen Stromern, sondern den Plug-in-Hybriden aus. 19.769 PHEV-Besitzumschreibungen bedeuteten mehr als eine Verdreifachung der Zahlen aus dem Vorjahreszeitraum (6.514, +203 %).

Doch auch reinelektrische Fahrzeuge werden am Gebrauchtwagenmarkt immer beliebter. Hier zogen die Besitzumschreibungen mit 16.915 Einheiten um 161 Prozent an.

Auch Dataforce weist in seiner Analyse darauf hin, dass die Voraussetzungen aufgrund der zumeist fehlenden Option der Förderung und einer gleichzeitig hohen Wertstabilität der Fahrzeuge eigentlich nicht die besten sind. Warum also streben Verbraucher trotz allem vermehrt auch zu Gebrauchten mit alternativem Antrieb?

Bei Dataforce vermutet man: „Der Gedanke bei diesen Käufen bewusst CO2 sparen zu wollen, ist möglicherweise noch deutlich stärker verankert als bei den durch die Förderungen unterstützten Neuwagenkäufen.“

Klar ist aber auch: Absolut betrachtet sind Besitzumschreibungen von elektrifizierten Fahrzeugen noch eine Rarität. 36.684 BEVs und PHEVs waren bei insgesamt 3.366.226 Halterwechseln für gerade einmal gut ein Prozent aller Fälle verantwortlich. Zum Vergleich: Bei den Neuzulassungen erreichten sowohl rein batteriebetriebene Autos (10,8 % im Juli) und Plug-in-Hybride (12,8 % im Juli) jeweils zweistellige Marktanteile in Deutschland.

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