Fahrerassistenzsysteme Einparken leicht gemacht – ein Jahrzehnt Park Assist

Vor zehn Jahren führte Volkswagen als erster Automobilhersteller der Welt den Parklenkassistenten (PLA) ein. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung ist Park Assist immer intelligenter geworden und nutzt engste Räume, um treffsicher zum Abschluss zu kommen.

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Hände weg vom Lenkrad: Der Park Assist wurde vor zehn Jahren im VW Touran eingeführt.
Hände weg vom Lenkrad: Der Park Assist wurde vor zehn Jahren im VW Touran eingeführt.
(Bild: Volkswagen)

Wer kennt sie nicht, die leidige Suche nach einer geeigneten Parklücke? Egal ob München-Schwabing, Hamburg-Altona, Berlin-Friedrichshain oder Köln-Ehrenfeld: Parkraum ist knapp, nicht nur in den Szene-Vierteln deutscher Metropolen. Wer endlich fündig geworden ist, steht vor der nächsten Herausforderung: dem Einparken. Tausendfach geübt, bleibt es ein leidiges Übel – für Frauen und Männer gleichermaßen. Die Volkswagen Ingenieure machten es sich Anfang der 2000er-Jahre zur Aufgabe, dieses Problem zu lösen. 2006 präsentierten sie das Ergebnis: den Park Assist.

Das Lenkrad bewegt sich wie von Geisterhand

Für die leidgeprüften Einparker heißt das: Hände weg vom Lenkrad und zurücklehnen. Das System unterstützt den Fahrer, indem es selbsttätig die optimalen Lenkradbewegungen durchführt, um auf der Ideallinie einzuparken. Das Vermessung der Parklücke, die Zuweisung der Startposition und die Lenkbewegungen übernimmt automatisch der Park Assist – der Fahrer muss nur noch Gas geben und bremsen.

Vor zahn Jahren waren die Möglichkeiten noch eingeschränkt

So weit, so gut. Bei der Premiere im Touran vor zehn Jahren waren die Möglichkeiten noch eingeschränkt. Maximal zwei Züge waren möglich und es konnte nur parallel zur Fahrbahn geparkt werden. An der Vorgabe „Fahrzeuglänge plus 1,40 m“ bissen sich einige die Zähne aus. Und so gestaltete sich die Suche nach der geeigneten Parklücke, insbesondere in engen Innenstädten, zuweilen als schwierig.

2010 waren zwölf Ultraschallsensoren am Fahrzeug

Indes lief die Weiterentwicklung auf Hochtouren. Funktionaler und nutzerfreundlicher sollte der Park Assist werden. Und er wurde es. Ab 2010 konnte mehrzügig in Längslücken eingeparkt werden. Zwei Jahre später kam die Option für das Querparken hinzu. Dank immer komplexerer Algorithmen war es den insgesamt zwölf Ultraschallsensoren am Fahrzeug möglich, die Umgebung immer exakter zu berechnen. Und der erforderliche Puffer bei der Parkplatzgröße? Der schrumpfte kontinuierlich auf nur noch 90 cm.

Längs, quer und vorwärts parken

Längsparken? Ja! Querparken? Ja! Was jetzt noch fehlte, war das Vorwärtsparken. Auch hier war es nur eine Frage der Zeit, bis die Volkswagen Ingenieure eine Lösung präsentieren. 2015 war es so weit. Mit der Generation 3.0 bleibt nahezu kein Wunsch mehr offen. Nur noch 80 cm Spielraum braucht der Park Assist, um den Fahrer ans Ziel seiner Parkträume zu bringen. Auch eine „Notbremse“ ist mittlerweile verfügbar. Diese schützt zwar nicht vor Parkremplern, sie kann den Schaden aber zumindest minimieren.

Eine digitale Karte zeigt die detaillierte Umgebung

Auch im Cockpit hat sich in den vergangenen zehn Jahren einiges getan: Gab es früher nur eine einfache Darstellung der Umgebung aus sechs Objekten, ähnlich wie bei Computer-Spielen aus den 1980er-Jahren, wird heute auf einer digitalen Karte die detaillierte Umgebung und der Ausschwenkbereich dargestellt, den das mitdenkende System berechnet. Und zwar nicht mehr nur in den Volkswagen Modellen CC, Golf, Passat, Sharan, Tiguan und Touran, sondern auch in Nutzfahrzeugen wie dem Caddy und dem Crafter.

Der Park Assist macht das Einparken weltweit zum Kinderspiel

Park Assist hat nicht nur in Deutschland seine Erfolgsgeschichte geschrieben, sondern macht nahezu auf der gesamten Welt das Einparken zu einem Kinderspiel. Auch wenn die Trends hin zum trainierten und fernbedienten Parken sowie dem automatisierten Fahren geht, steht eines fest: der Parklenkassistent bleibt als Basis für die Weiterentwicklung bestehen.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.