Verkehrswende Eine Basis, unzählige Möglichkeiten: So will Citroën Verkehrsinfarkte verhindern

Autor / Redakteur: sp-x/dpa / Christoph Seyerlein

Immer mehr Menschen zieht es in große Städte. Stellt sich die Frage: Wie kann man damit zunehmenden Verkehr in den heute oft schon verstopften Mega-Cities besser lenken? Citroën hat sich darüber Gedanken gemacht.

Firmen zum Thema

Busfahren könnte künftig in den Vorstellungen von Citroën wieder an Kutschenfahren erinnern.
Busfahren könnte künftig in den Vorstellungen von Citroën wieder an Kutschenfahren erinnern.
(Bild: Citroen)

Es wird voll auf unseren Straßen. Extrem voll. Die Weltbank sagt voraus, dass bis 2050 zwei Drittel der Bevölkerung in Städten leben wird. Und sie alle wollen mobil sein. Da ist Chaos Programm. Nur mit intelligenten, vernetzten Mobilitätslösungen scheint es möglich, den Verkehrsinfarkt in den großen Metropolen noch abzuwenden.

Citröen hat ein ziemlich genaues Bild davon, wie die städtische Mobilität in zehn, zwanzig Jahren aussehen könnte. Unter dem Namen „The Urban Collëctif“ hat sich der französische Autobauer mit zwei großen Partnern zusammengeschlossen, die man nicht unbedingt in Zusammenhang mit Mobilität erwartet. Mit im Boot, das Richtung Zukunft segelt, sind der Hotel-Riese Accor und JCDecaux, Weltmarktführer für Außenwerbung sowie Spezialist für Dienstleistungen jeglicher Art.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Vom Erfinder der Göttin DS, der Ente oder eines avantgardistischen Ami erwartet man fast schon reflexartig besonders kreative Antworten, auf Fragen, die unsere Zukunft bewegen. Und Citröen liefert sie. Sie sind bunt, etwas spleenig und sie klingen – ja – aus heutiger Sicht noch wie Visionen vom fernen Planeten Orion.

Basis des Projektes ist ein hochflexibles Science-Fiction-Skateboard auf dem binnen zehn Sekunden verschiedenste Pods (Aufbauten) über vier hochfahrende Zylinder andocken können. Das kompakte High-Tech-Baguette trägt sämtliche Technik in sich: Batterie, E-Motoren, Sensorik, die gesamte Technologie. Es ist 2,60 Meter lang, 1,60 Meter breit und nur 51 Zentimeter flach. Die Technik ist modular aufgebaut und skalierbar, Skateboards in vielen anderen Dimensionen also denkbar.

Über 65 Ideen in zwei Tagen

Der voll fahrfähige Prototyp, den uns Citröen in einer Pariser Messehalle vorführt, hört auf den Namen „Autonomous Mobility Vision“ und wurde als sogenanntes Open-Source-Modell ausgelegt. Heißt: Nichts ist unmöglich, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Firmen, Händler, Kommunen, Städte oder Logistik-Anbieter können auf die technische Basis ihre eigenen Hütchen setzen. Citröen Designchef Pierre Leclerq bestätigt den universellen Ansatz des Konzeptes: „Wir haben über 65 Ideen für verschiedenste Pods in nur zwei Tagen zu Papier gebracht.“ Er zeigt uns Skizzen von Friseur-Pods und Werkstattwagen, rollenden Yoga-Studios, Food-Trucks, Paketdiensten, Krankentransportern und, und, und.

Die Visionen der Franzosen zielen dabei auf die optimale Nutzung der Verkehrsfläche in den Citys. Laut Citröen könnte das Konzept-Sandwich den innerstädtischen Verkehrsfluss um mindestens 35 Prozent verbessern. Bedarfsgerecht eingesetzt, soll später mal eine ganze Armada von fahrerlosen und vernetzten Fahrzeugen auf speziellen Spuren rund um die Uhr durch die Citys surren. Kontrolliert über ein intelligentes Flottenmanagement. Und natürlich rein elektrisch. Aufgeladen wird weitgehend induktiv, Standzeiten von höchstens vier Stunden sind geplant, die Höchstgeschwindigkeit liegt momentan bei 25 km/h. In der Pariser City darf man ohnehin nicht schneller als Tempo 30 fahren.

(ID:47701470)