E-Fuels sollen Verbrennungsmotor retten

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Immer mehr Aussagen und Prognosen lassen künftig einen Antriebsmix für Autos erwarten. Eine Variante sind synthetische, aus regenerativen Quellen gewonnene Kraftstoffe. Mit ihnen hätte der klassische Verbrenner eine Zukunft, meint der VDA.

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(Bild: Continental)

Der Verband der Automobilindustrie sieht eine langfristige Perspektive für den klassischen Verbrennungsmotor durch synthetische Kraftstoffe, die sogenannten E-Fuels. Langfristig hätten diese Kraftstoffe das Potenzial, den Verkehrs- und Stromsektor zu dekarbonisieren, hieß es auf einer Veranstaltung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) am 21. November in Berlin. Die Technologie zur Herstellung von E-Fuels sei vorhanden, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Noch muss jedoch geklärt werden, wie diese Kraftstoffe in Großserie und zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden können.

„Welcher Antrieb sich künftig durchsetzen wird, kann heute noch niemand mit Sicherheit sagen“, sagte Wissmann weiter. Auch deshalb forscht die Industrie weiter am Verbrennungsmotor. Ein weiterer Vorteil der E-Fuels: Im Falle eines massenhaften Einsatzes könnten sie sich CO2-mindernd auf den gesamten Fahrzeugbestand auswirken, „sie setzen also nicht nur bei den Neuzulassungen an.“

Nicht näher äußerte sich der VDA zu der Frage, woher die regenerative Energie kommen soll, um die Kraftstoffe in großen Mengen zu produzieren. Dass es über Bio-Masse nicht funktioniert, zeigt die Geschichte des E10-Kraftstoffes, dessen Akzeptanz auch an der Umnutzung von Ackerflächen scheitert.

Die vom VDA angesprochenen E-Fuels basieren dagegen im Kern auf einer Reaktion von Wasserstoff mit Kohlendioxid zu Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Während das CO2 etwa aus Industrie-Abgasen stammt, entsteht der Wasserstoff durch Elektrolyse auf Ökostrom-Basis. Unter anderem hat Continental Continental den synthetischen Kraftstoff Oxymethylenether (OME) vorgestellt.

Wissmann betonte auf dem Qualitätsgipfel des VDA, dass die Industrie weiter an der Vision „Zero Emission“ arbeitet. Dafür stelle jedes Unternehmen seine Geschäftsmodelle auf den Prüfstand, denn „die Industrie hat den Anspruch, diesen enormen Wandel mitzugestalten“. Dass Wandlungsbereitschaft besteht, zeige sich auch an den hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben der deutschen Autoindustrie, die höher liegen als in allen anderen Branchen.

Mit Blick auf die E-Mobilität erwartet Wissmann, „dass im Jahr 2025 der Anteil von Elektrofahrzeugen an den Neuzulassungen in Europa bei 15 bis 25 Prozent liegen könnte. Voraussetzung dafür ist eine funktionsfähige Infrastruktur“. Allein in E-Fahrzeuge investieren deutsche Konzerne bis zum Jahr 2020 rund 40 Milliarden Euro. Ihr Angebot an E-Modellen soll sich in der Folge auf knapp 100 mehr als verdreifachen.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal KFZ-Betrieb.de.

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