Klima „Die Welt ist definitiv nicht in der richtigen Spur“

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Noch sind die teilnehmenden Länder weit davon entfernt, die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllen zu können. In einer Studie mahnt die Unternehmensberatung Systemiq deshalb zu mehr Initiative. Die Autoren erkennen aber auch manchen Fortschritt.

Positiv vermerkte Systemiq, dass die Zahl der Kohle-Projekte weltweit spürbar abnimmt.
Positiv vermerkte Systemiq, dass die Zahl der Kohle-Projekte weltweit spürbar abnimmt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Fortschritte ja, Durchbruch noch längst nicht. Zu diesem Fazit kommt die Unternehmensberatung Systemiq in einer Studie mit dem Titel „Der Paris Effekt“, in der sie die weltweite Entwicklung der „grünen Ökonomie“ untersucht hat. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten zu können, muss die Wirtschaft ihre klimaschädlichen Emissionen deutlich reduzieren. Und manches läuft laut Systemiq bereits in diese Richtung.

In zehn Jahren dürften Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren allenfalls noch in schrumpfenden Nischen Käufer finden, heißt es in der Studie. Bis 2030 sollen zudem elektrisch betriebene Flugzeuge mit gut 100 Sitzplätzen aller Voraussicht nach marktreif sein.

Weiter stellten die Autoren fest, dass Investitionen in klimaschädliche Kohle-Projekte rapide zurückgegangen seien – allerdings mit Ausnahme Chinas. Auch die Nachfrage nach Öl habe ihren Zenit überschritten. Der Umbau der Volkswirtschaften biete viele Chancen, heißt es in dem Bericht. So dürften im kommenden Jahrzehnt netto weltweit 35 Millionen neue Arbeitsplätze in der grünen Ökonomie entstehen.

Bis 2030 könnten in Sektoren der Industrie, des Verkehrs und der Landwirtschaft, die für insgesamt 70 Prozent der Emissionen stehen, alternative Technologien wirtschaftlich profitabel eingesetzt werden, so dass kaum oder gar keine Emissionen entstehen. Aktuell rechnet sich das der Studie zufolge erst in 25 Prozent der Wirtschaftssektoren.

Noch sind die Pariser Ziele erreichbar

Zugleich weisen die Autoren darauf hin, dass in den fünf Jahren seit dem als historisch gefeierten Klimaabkommen von Paris der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weiter gestiegen ist. „Die Welt ist definitiv nicht in der richtigen Spur, um einen gefährlichen, unumkehrbaren Klimawandel noch abzuwenden.“ Weltweit seien die Regierungen deshalb aufgefordert, klimaschädliche Industrien nicht länger künstlich am Leben zu erhalten.

Erst am Mittwoch hatte ein UN-Bericht festgestellt, dass die Welt den 2015 in Paris gesteckten Zielen zwar hinterher hinkt, sie aber noch erreichen kann. Um den globalen Temperaturanstieg bis 2030 auf zwei Grad zu begrenzen, müsste die internationale Gemeinschaft beim Wiederanfahren der Wirtschaft nach der Corona-Krise Akzente auf umweltfreundliche Energieträger, Wiederaufforstungen oder andere ökologische Maßnahmen setzen. So könnten bis zu 25 Prozent der Treibhausgase reduziert werden.

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