Die Lichttechnik wird zum Kostenfaktor

Autor / Redakteur: Andeas Grimm / Andreas Grimm

Die komplexen Systeme der Lichttechnik lassen einen schnellen Check der Lichtanlage nicht mehr zu. So wird für die Werkstätten aus einem Mittel zur Kundenbindung ein Kostenfaktor. Änderungen bahnen sich an, selbst für den alljährlichen Licht-Test.

Firma zum Thema

Allein schon die einfache Prüfung von Xenon-, LED-, Matrix- oder Laserlicht bereitet weit mehr Aufwand als es früher bei den Halogenscheinwerfern der Fall war – von den Einstell- und Reparaturarbeiten ganz zu schweigen.
Allein schon die einfache Prüfung von Xenon-, LED-, Matrix- oder Laserlicht bereitet weit mehr Aufwand als es früher bei den Halogenscheinwerfern der Fall war – von den Einstell- und Reparaturarbeiten ganz zu schweigen.
(Bild: BMW)

Die Prüfung der Lichtsysteme am Auto steht vor einem grundsätzlichen Wandel. Der Routine-Blick auf die Scheinwerfer war bislang oft eine kostenlose Serviceleistung in der Werkstatt. Doch das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern, berichtet die Zeitschrift Auto Straßenverkehr. Selbst der seit Jahrzehnten durchgeführte Lichttest des Kfz-Gewerbes und der Verkehrswacht steht in seiner bisherigen Form auf dem Prüfstand.

Auslöser ist die immer weitere Verbreitung der modernen Beleuchtungstechnik an den Fahrzeugen. Allein schon die einfache Prüfung von Xenon-, LED-, Matrix- oder Laserlicht bereitet weit mehr Aufwand als es früher bei den Halogenscheinwerfern der Fall war – von den Einstell- und Reparaturarbeiten ganz zu schweigen.

„Die Prüfroutine mit einem EDV-Teststand macht den drei- bis vierfachen Aufwand gegenüber einem Auto mit H4- oder H7-Licht aus“, zitiert „Auto Straßenverkehr“ Alexander Müller, einen Mercedes-Händler im schwäbischen Donzdorf. „Manchmal muss sogar der Stoßfänger abgebaut werden, um zum Beispiel das Kurvenlicht zu checken.“

Von dieser Entwicklung betroffen ist auch die jährliche, bislang kostenlose Licht-Test-Aktion, an der in diesem Oktober wieder viele Werkstätten teilgenommen hatten. „Was jedoch auch klar ist: In seiner bisherigen Form wird sich der Licht-Test verändern müssen, da sich in den nächsten Jahren elektronisch gesteuerte LED-Lichtsysteme auch in den kleinen Fahrzeugklassen massiv verbreiten werden“, schreibt der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auf Anfrage von kfz-betrieb.

Am grundsätzlichen Wert der Testaktion für die Verkehrssicherheit habe sich dabei nichts geändert, wie die Ergebnisse zeigen. Etwa ein Drittel der begutachteten Fahrzeuge weist einen Mangel am Lichtsystem auf. Insofern sollte der Licht-Test künftig weiterhin kundenfreundlich bleiben, selbst wenn er nicht mehr kostenlos angeboten werden könnte, betont der ZDK.

Generell müssen sich Autofahrer mit modernen LED-Lichtsystemen darauf einstellen, mehr für die Licht-Prüfarbeiten zu zahlen. Aufgrund des erheblich höheren Aufwandes und der teuren Testgeräte überlegen laut „Auto Straßenverkehr“ große Werkstattketten wie der Bosch Car Service die Einführung von Gebühren. Dahinter stecken auch die in den letzten Wochen vielfach berichteten und diskutierten technischen Anforderungen an die HU-Fähigkeit der Werkstätten mit exakt ebenen Prüfflächen und den nötigen Prüfgeräten.

Wie teuer die Lichttests tatsächlich werden, ist werkstattseitig noch nicht entschieden. Aber der Mercedes-Händler in Baden-Württemberg hält 25 bis 30 Euro für angemessen. „Dann wäre die Last wenigstens verteilt“, zitiert ihn „Auto Straßenverkehr“.

(ID:45008724)