Elektromobilität Der Wallbox-Wettbewerb wird immer intensiver

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Christoph Seyerlein

Immer mehr Unternehmen wollen einen Teil vom florierenden Geschäft mit der Elektromobilität abhaben. Mit Charge Amps startet ein Wallbox-Anbieter in Deutschland, der vor allem Wert auf das Design der Ladestationen legt. Gleichzeitig geben Eon und der ADAC eine Kooperation bekannt.

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Der schwedische Wallbox-Anbieter Charge Amps startet nun auch in Deutschland
Der schwedische Wallbox-Anbieter Charge Amps startet nun auch in Deutschland
(Bild: Charge Amps)

Das Timing war nicht ganz optimal. Am Dienstag verkündete der schwedische Wallbox-Anbieter Charge Amps, nun auch in Deutschland zu starten. Zu spät, könnte man jetzt sagen. Denn zum einen gibt es hierzulande bereits eine ganze Armada an Wallbox-Firmen, zum anderen ist der staatliche Fördertopf für die Wandladestationen seit Kurzem leer. Doch es gibt Hoffnung: Denn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat bereits angekündigt, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) dazu bewegen zu wollen, weitere 200 Millionen Euro für die private Wallbox-Förderung bereitzustellen.

Doch womit will Charge Amps auf dem umkämpften Gebiet – die Website elektromobilitaet.nrw.de zählt fast 70 Wallbox-Anbieter – hierzulande überhaupt punkten? „Unsere Produkte sind die am besten aussehenden auf dem Markt“, teilen die Schweden auf Nachfrage selbstbewusst mit. „Sie würden niemals hässliche Kunst aufhängen oder Ihr Haus mit unattraktiven Möbeln einrichten. Und aus demselben Grund haben wir viele Stunden darauf verwendet, sicherzustellen, dass unsere Produkte schön und elegant genug sind.“

Doch auch technisch will das Unternehmen überzeugen: Die Ladestationen seien mit einem Phasen- und Lastenausgleich ausgestattet. Zeitlich lasse sich alles so steuern, dass dann geladen wird, wenn der Strompreis am niedrigsten ist. Um das zu optimieren, stellt Charge Amps auch eine Cloud-Plattform und eine App bereit. Doch auch Energieversorger sollen über eine Partner-API die Steuerung des Ladevorgangs übernehmen können.

Vertreiben wollen die Schweden ihre Wallboxen über den Elektrogroßhandel. Preislich sind die Boxen eher im gehobenen Segment unterwegs. Online-Angebote für die Halo-Wallbox bewegen sich zumeist um 1.000 Euro herum.

Wie viele Wandladestationen Charge Amps in Deutschland absetzen will, verriet der Anbieter nicht. Weltweit habe man in 15 Märkten bislang aber schon mehr als 50.000 eigene Produkte ausgeliefert.

ADAC und Eon arbeiten zusammen

Wie erwähnt müssen sich die Schweden hierzulande allerdings auf starke Konkurrenz einstellen. Ebenfalls am Dienstag gaben beispielsweise mit Eon und dem ADAC zwei große Namen eine Kooperation bekannt. ADAC-Mitgliedern winken nun vergünstigte Preise und ein Installationsservice, wenn sie sich eine Wallbox von Eon zulegen. Zwischen 30 und 130 Euro Ersparnis sind je nach Modell drin.

Zudem können Mitglieder des Automobilclubs einen Online-Installationscheck durchführen. Dazu müssen sie einige Fragen zu ihrer Wohn- und Parksituation beantworten und erhalten im Anschluss ein Angebot. Der Einbauservice von Eon und ADAC beinhaltet beispielsweise die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Verbindung mit dem Hausanschluss. Auch die nötigen Leitungen werden gelegt. Für dieses Rundum-Paket verlangen die Kooperationspartner mindestens 877,68 Euro. Laut ADAC-Angaben sparen Mitglieder dabei acht Prozent gegenüber dem Brutto-Listenpreis.

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