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Cellular-V2X: Automobil-, Telekommunikations- und ITS-Unternehmen kündigen Feldversuch an

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Ein Konsortium aus sechs Unternehmen, unter anderem Continental, Qualcomm und Nissan, plant für 2018 gemeinsame C-V2X-Feldversuche in Japan, um die Vorteile von C-V2X zu validieren und zu demonstrieren.

C-V2X lässt Fahrzeuge über große Distanzen sehen, hören und kommunizieren, sogar an nicht einsehbaren Kreuzungen.
C-V2X lässt Fahrzeuge über große Distanzen sehen, hören und kommunizieren, sogar an nicht einsehbaren Kreuzungen.
(Bild: Continental)

Continental, Ericsson, Nissan, NTT, INC., OKI und Qualcomm gaben Pläne für ihre ersten C-V2X-Feldversuche (Cellular Vehicle-to-Everything) in Japan bekannt. Ziel ist es, die Vorteile der C-V2X-Technologie aufzuzeigen, die durch den Einsatz der in den 3GPP-Spezifikationen (3rd Generation Partnership Project), Release 14, definierten Direktkommunikation entstehen.

Die Versuche sollen die verbesserte Reichweite sowie Latenzzeit direkter C-V2X-Verbindungen im 5-GHz-Band unter Beweis stellen. Zudem soll mit den C-V2X-Feldversuchen der zusätzliche Nutzen netzbasierter Kommunikation mittels LTE‑Advanced (LTE‑A) nachgewiesen werden. Die erzielten Versuchsergebnisse sollen dazu beitragen, gemeinsam mit Interessenspartnern, darunter ITS (Intelligente Transportsysteme)-bezogene Organisationen und Regierungsbehörden, das Ökosystem für das vernetzte Fahrzeug der Zukunft zu entwickeln, und den Übergang zum neuen globalen Mobilfunkstandard 5G New Radio (NR) einzuläuten, der derzeit vom 3GPP definiert wird.

C-V2X ergänzt die Sensorik anderer Fahrerassistenzsysteme, wie Radar, Lidar und Kamerasysteme, durch die NLOS-Technologie (non-line of sight), die eine geringere Latenz, größere Reichweite und Cloud-Unterstützung bietet. Dadurch können Fahrzeuge über größere Distanzen sehen, hören und kommunizieren, sogar an nicht einsehbaren Kreuzungen.

C-V2X ist eine hochmoderne Funktechnologie, die derzeit für den globalen Einsatz validiert wird. Sie nutzt die von der Automobilindustrie in langjähriger Forschungsarbeit entwickelten oberen Protokollschichten für neue, erweiterte End-to-End-Anwendungsfälle. Direkte C-V2X-Verbindungen bieten eine größere Reichweite und Ausfallsicherheit unabhängig von Mobilfunknetzunterstützung oder Netzabdeckung.

Die Feldversuche befinden sich bereits in der Vorbereitungsphase und sollen 2018 beginnen. Der Schwerpunkt der Anwendungsfälle wird auf der direkten Kommunikation zwischen Fahrzeugen (Vehicle-to-Vehicle, V2V), zwischen Fahrzeug und Infrastruktur (Vehicle-to-Infrastructure, V2I) und zwischen Fahrzeug und Fußgängern (Vehicle-to-Pedestrian, V2P) sowie auf Mobilfunkverbindungen mit großer Reichweite zwischen Fahrzeug und Netzwerk (Vehicle-to-Network, V2N) mit Cloud-Zugang liegen.

Continental wird das C-V2X-Referenzdesign von Qualcomm einsetzen, das den Chipsatz 9150 C-V2X mit integrierter Unterstützung des Global Navigation Satellite Systems (GNSS) umfasst, um vernetzte Fahrzeugsysteme zu entwickeln und in Nissan-Fahrzeuge zu integrieren. Nissan wird V2X-Anwendungsfälle auswählen und Testszenarien mit Leistungsindikatoren (KPIs) für die Validierung der C-V2X-Technologie entwickeln.

OKI, eines der führenden Unternehmen im Bereich ITS, wird seine Kompetenzen in Roadside-Unit (RSU)-Infrastrukturen und -Anwendungen zur Verfügung stellen, um die Eignung der V2I-Technologie für erweiterte Verkehrsanwendungen zu demonstrieren. Hierzu wird OKI den Chipsatz 9150 C-V2X von Qualcomm in die eigene RSU integrieren. Ericsson wird sich bei den Beratungen über V2N-Anwendungsfälle einbringen und die Kombination von direkter Kommunikation und LTE-A-Netztechnologien abwägen.

NTT DOCOMO wird LTE-A-Netz- und V2N-Anwendungen zur Verfügung stellen. Dabei sollen die Vorteile des komplementären Einsatzes netzbasierter Kommunikation für eine Vielzahl von Anwendungsfällen im Bereich der erweiterten IT-Sicherheit von Fahrzeugen nachgewiesen werden.

„Die Cellular-V2X-Lösung ist insofern einzigartig, als sie innerhalb eines gemeinsamen Technologie- und Ökosystems sowohl netzbasierte als auch direkte Kommunikation für V2X-Dienste bietet. Über die netzbasierte Kommunikation können Dienste zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Verkehrseffizienz zur Verfügung gestellt werden, die sich die bereits bestehende Netzabdeckung und Verfügbarkeit von Mobilfunkmodems und Smartphones zunutze machen. Sie ermöglicht außerdem die Vernetzung mit verschiedenen cloudbasierten Diensten und bietet so eine große Bandbreite von Anwendungen und Wertschöpfungsleistungeng“, sagte Erik Ekudden, Chief Technology Officer bei Ericsson.

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