Schwellenmarkt BP setzt darauf, dass Elektromobilität und Ridehailing in Indien Fuß fassen

Autor: Christoph Seyerlein

35 von 50 Städten weltweit mit der höchsten Luftverschmutzung liegen in Indien. Das Start-up Blu Smart will mit Hilfe der Elektromobilität dagegen ankämpfen. Nun bekommt das Unternehmen prominente Unterstützung.

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Blu Smart will sein Angebot auf weitere Städte in Indien ausweiten. Dafür hat das Start-up nun 25 Millionen Dollar eingesammelt. 13 Millionen davon stammen von BP.
Blu Smart will sein Angebot auf weitere Städte in Indien ausweiten. Dafür hat das Start-up nun 25 Millionen Dollar eingesammelt. 13 Millionen davon stammen von BP.
(Bild: Blu Smart)

Vor allem in Europa ist die Elektromobilität auf den Vormarsch. Weitere Märkte, in denen sich die Industrie auf die Elektrifizierung konzentriert sind China und die USA. Rund um potenzielle Schwellenmärkte ist es bislang dagegen eher ruhig. Mit BP setzt nun ein Öl-Konzern ein Zeichen: Der Tankstellenriese trägt mit 13 Millionen Dollar den größten Teil eines 25-Millionen-Dollar-Investments mehrere Geldgeber in das indische Start-up Blu Smart.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Delhi bietet einen elektrischen Ridehailing-Dienst und Ladeinfrastruktur an. Mit dem nun eingesammelten Geld will Blu Smart in fünf weitere indische Städte expandieren. Kunden will das Start-up auch mit Transparenz überzeugen. Heißt: Unerwartete Preisaufschläge nach der Fahrt soll es beispielsweise nicht geben. Außerdem können Interessenten über eine App jederzeit nachvollziehen, wann ein Blu-Smart-Auto zuletzt desinfiziert wurde und ob der Fahrer gegen das Corona-Virus geimpft ist.

Für Fahrer will sich Blu Smart wiederum dadurch attraktiv machen, indem das Unternehmen seine eigene Flotte verleast. Ein Fahrer braucht so kein eigenes Auto besitzen, um Wartung und Reparatur kümmert sich ebenfalls die Firma.

Bereits über 650.000 Kunden

In Delhi haben nach Angaben des Unternehmens bislang über 650.000 Menschen den Ridehailing-Dienst von Blu Smart genutzt. 1.500 Tonnen CO2 will das Start-up damit eingespart haben. Die eigene Flotte habe bereits mehr als 21 Millionen Kilometer abgespult, sagt Co-Gründer Anmol Singh Jaggi.

Aktuell liegt der Mobility-as-a-Service-Anteil an allen Autofahrten in Indien dem Vernehmen nach bei etwa fünf Prozent. Blu Smart erwartet dass jener Wert bei einer stark ansteigenden Zahl der Fahrten insgesamt auf bis 2030 auf bis zu 15 Prozent steigen wird.

Indien steht vor großen gesellschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen. 35 der 50 Städte mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit liegen in dem Land. Die UN erwartet, dass sich Indiens Bevölkerung bis 2050 im Vergleich zu 2018 nahezu verdoppeln wird. Die Verstädterung auf dem Kontinent wird sich aller Voraussicht nach weiter beschleunigen.

Richard Bartlett von BP-Ventures erklärte: „Die Elektromobilität wird einen großen Einfluss darauf haben, die stark steigenden Fahrzeugemissionen in Indien zu reduzieren.“ Blu Smart baue mit seinem Geschäftsmodell einige Barrieren ab.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility