Automobilzulieferer Bosch will ZF Lenksysteme komplett übernehmen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Bosch plant, seine Anteile an der ZF Lenksysteme GmbH (ZFLS) auf hundert Prozent zu erhöhen. Am 15. September 2014 unterzeichneten die Robert Bosch GmbH und die ZF Friedrichshafen AG einen entsprechenden Vertrag.

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Dr. Volkmar Denner: „Mit der kompletten Übernahme von ZFLS stärkt Bosch seine Position für eine aktive Gestaltung der Zukunft der Mobilität. Das Unternehmen ist einer der Technologieführer im Zukunftsfeld Elektrolenkung und gerade diese ist Basistechnologie für automatisiertes Fahren, für effizientere Fahrzeuge und auch für Elektroautos.“
Dr. Volkmar Denner: „Mit der kompletten Übernahme von ZFLS stärkt Bosch seine Position für eine aktive Gestaltung der Zukunft der Mobilität. Das Unternehmen ist einer der Technologieführer im Zukunftsfeld Elektrolenkung und gerade diese ist Basistechnologie für automatisiertes Fahren, für effizientere Fahrzeuge und auch für Elektroautos.“
(Bild: Bosch)

Bislang ist das Unternehmen mit Sitz in Schwäbisch Gmünd ein paritätisches Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF. Mit mehr als 13 000 Mitarbeitern in acht Ländern entwickelt, produziert und vertreibt ZFLS weltweit Lenksysteme für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Im Jahr 2013 betrug der Umsatz rund 4,1 Mrd. €. Mit insgesamt 20 Standorten ist das Unternehmen auf den wichtigsten Automobilmärkten der Welt vertreten. Neben den Standorten in Europa, den USA und China produziert ZFLS auch in Indien, Brasilien sowie Malaysia. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Zukunft der Mobilität aktiv gestalten

„Mit der kompletten Übernahme von ZFLS stärkt Bosch seine Position für eine aktive Gestaltung der Zukunft der Mobilität. Das Unternehmen ist einer der Technologieführer im Zukunftsfeld Elektrolenkung und gerade diese ist Basistechnologie für automatisiertes Fahren, für effizientere Fahrzeuge und auch für Elektroautos“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

60 Prozent Umsatz mit Elektrolenkungen

Dr. Stefan Sommer: „ZFLS ist seit 1999 stark gewachsen und hat sich auch durch die gute Zusammenarbeit von Bosch und ZF sehr erfolgreich entwickelt.“
Dr. Stefan Sommer: „ZFLS ist seit 1999 stark gewachsen und hat sich auch durch die gute Zusammenarbeit von Bosch und ZF sehr erfolgreich entwickelt.“
(Bild: ZF)

ZFLS erzielt schon heute rund 60% des Gesamtumsatzes mit modernen, kraftstoffsparenden Elektrolenkungen. Ein Grund für den Erfolg von effizienten Lenksystemen ist das Verbrauchssenkungspotenzial: So können in einem Mittelklassefahrzeug mit Zwei-Liter-Motor bis zu 0,8 l Kraftstoff pro 100 km gespart werden. Die Emissionen verringern sich dadurch um bis zu 14 g CO2/km. Zudem ist die Elektrolenkung im Pkw entscheidende Komponente für viele Assistenzsysteme. Beispielsweise können Spurhalteassistenten damit das Auto automatisch auf Kurs halten. Beim Start-Stopp-Segeln, bei dem der Motor in Rollphasen abschaltet, bleibt das Lenkverhalten dank der elektrischen Unterstützung gleich.

Kontinuierliches Wachstum

„ZFLS ist seit 1999 stark gewachsen und hat sich auch durch die gute Zusammenarbeit von Bosch und ZF sehr erfolgreich entwickelt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ZFLS möchte ich für ihr Engagement in den vergangenen Jahren herzlich danken“, sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. „Um den Anforderungen eines immer dynamischeren Umfelds auch künftig gerecht werden zu können, haben sich Bosch und ZF dazu entschlossen, die Eigentümerstruktur von ZFLS zu ändern.“

Mit Innovationen erfolgreich

Dr. Marcus Parche: „Mit Bosch als Muttergesellschaft haben wir einen zuverlässigen Partner an unserer Seite“
Dr. Marcus Parche: „Mit Bosch als Muttergesellschaft haben wir einen zuverlässigen Partner an unserer Seite“
(Bild: ZFLS)

Der Erfolg von ZFLS basiert nicht nur auf der Vielzahl von Innovationen, die das Unternehmen auf den Markt gebracht hat. „Das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter, ihr hohes Engagement und die Identifikation mit den Produkten sind und bleiben maßgebliche Erfolgsfaktoren von ZF Lenksysteme“, sagte Wolf-Henning Scheider, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Sprecher des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik. „Mit Bosch als Muttergesellschaft haben wir einen zuverlässigen Partner an unserer Seite, mit dem wir auch zukünftig erfolgreich am technischen Fortschritt und wirtschaftlichen Wachstum arbeiten können“, sagte Dr. Marcus Parche, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von ZFLS.

Innovationsgetriebenes Unternehmen

Mehr als jeder zehnte ZFLS-Mitarbeiter, also insgesamt rund 1400, arbeitet in der Entwicklung. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand lag 2013 bei rund 238 Mio. €. Seit seiner Gründung hat ZFLS rund 750 Patente angemeldet. Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist die Vernetzung der Komponenten über spezifische Software zu Gesamtsystemen. Beispielsweise hat das Unternehmen mit Komponenten der Muttergesellschaften eine Lösung zur Serienreife gebracht, bei dem sich ein Gespann aus PKW und Anhänger mit dem Smartphone von außen manövrieren lässt. Eine kompakte, lokal entwickelte, besonders preisgünstige PKW-Elektrolenkung für asiatische Märkte zeigt, dass das Unternehmen nicht nur Lösungen für Premium-Fahrzeuge bietet. Auch die Kunden von günstigeren Kompaktwagen profitieren damit von den Effizienz-Vorteilen der ZFLS-Produkte.

Aufstellung für breite Marktanforderungen

Wolf-Henning Scheider: „Das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter, ihr hohes Engagement und die Identifikation mit den Produkten sind und bleiben maßgebliche Erfolgsfaktoren von ZF Lenksysteme.“
Wolf-Henning Scheider: „Das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter, ihr hohes Engagement und die Identifikation mit den Produkten sind und bleiben maßgebliche Erfolgsfaktoren von ZF Lenksysteme.“
(Bild: Bosch)

„Die Innovationskraft und die internationale Präsenz von ZFLS insbesondere in Asien und Nordamerika ermöglichen es, vom Wachstum starker Volkswirtschaften zu profitieren“, sagte Scheider. „ZFLS zeichnet sich besonders durch große Kundennähe aus. Ob als Lieferant einzelner Komponenten oder Anbieter eines Komplettsystems ist ZFLS ein anerkannter Partner für die Automobilhersteller und zudem weltweit beim Kunden vor Ort vertreten.“ Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie hatte ZFLS zuletzt vor allem in Nordamerika und Asien investiert.

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