Flugtaxis Börsengang abgeblasen, Chef wackelt: Volocopter gerät in Turbulenzen

750 Kleinanleger hatten Volocopter weit vor dem Hype um Flugtaxis 2013 mit rund 1,2 Millionen Euro ausgestattet. Dank des geplanten Börsengangs des Start-ups aus Bruchsal winkte ihnen ein satter Zahltag. Doch daraus wird nun nichts. Das sorgt für Unruhe.

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Volocopters geplanter Börsengang per Spac ist geplatzt.
Volocopters geplanter Börsengang per Spac ist geplatzt.
(Source: Volocopter)

Volocopter galt bislang als ein deutsches Vorzeige-Mobilitätsstart-up. Große Konzerne wie Daimler oder Intel sind in das Flugtaxi-Unternehmen investiert, der Firmenwert der Bruchsaler wird inzwischen auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Am Anfang hatte dabei einst eine große Crowdfunding-Kampagne über Seedmatch gestanden. Rund 750 Investoren hatten 2013 auf dem Weg etwa 1,2 Millionen Euro in die Firma gepumpt.

Die Aussichten waren für die Kleinanleger bis vor Kurzem rosig: Volocopter plante per Spac-Deal in New York an die Börse zu gehen. Der Einsatz der Anleger hätte sich dadurch laut „Handelsblatt“ bis zu vervierzigfachen können. Doch dazu kam es nicht. Anfang Dezember blies das Unternehmen den Börsengang ab. Für die Crowdfunder war die Nachricht eine herbe Enttäuschung. Sie erhalten so lediglich ihre Darlehen zurück, das jährlich mit einem Prozent verzinst wird, nachdem Volocopter die Verträge zum Jahresende gekündigt hat.

Als Begründung führte das Start-up widrige Marktumstände an. Beispielsweise hatte Wettbewerber Lilium bei seinem Spac-Börsengang deutlich weniger Geld eingesammelt als erhofft.

Muss CEO Reuter gehen?

Intern rumort es bei Volocopter aktuell offenbar schwer. Finanzchef René Griemens hat das Unternehmen im Oktober verlassen. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, könnte die Situation aber noch größere Opfer fordern. Dem Magazin zufolge könnte auch CEO Florian Reuter vor der Absetzung stehen. Volocopter dementierte dies allerdings gegenüber der Zeitschrift.

Dem Bericht zufolge suchen die Bruchsaler nun nach weiteren Investoren. Mindestens eine halbe Milliarde Euro wolle Volocopter einsammeln, heißt es. In zwei bis drei Jahren will das Unternehmen nach eigenen Angaben mit kommerziellen Flugtaxi-Diensten starten.

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