Vernetztes Auto BMW und Daimler wollen Connected-Car-Daten besser schützen

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Nachdem der ADAC unter anderem bei Daimler und BMW Schwachstellen beim Thema Datenschutz aufgedeckt hat, reagieren die beiden Autobauer nun mit neuen Projekten. Sind die Daten fortan wirklich sicher?

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BMW und Daimler wollen zukünftig verstärkt auf die Datensicherheit ihrer Kunden achten und haben hierzu neue Projekte und Dienste entwickelt.
BMW und Daimler wollen zukünftig verstärkt auf die Datensicherheit ihrer Kunden achten und haben hierzu neue Projekte und Dienste entwickelt.
(Bild: BMW Group)

In kaum einem anderen Bereich werden die deutschen Autobauer ihrem Premium-Anspruch derart gerecht wie beim Thema Connected Car. Explizit BMW gilt als Branchenprimus, aber auch Daimler und der VW-Konzern spielen zweifelsohne in der Königsklasse. Beim Thema Datenschutz offenbart die digitalisierte Fahrzeugwelt hingegen noch Missstände.

Stetig größere Datenmengen werden von immer mehr Fahrzeugen gesammelt und von den Herstellern gespeichert. Dies wurde jahrelang von sämtlichen Autobauern weitgehend abgestritten. Beim ADAC ist man spätestens seit dem vergangenen Jahr durchaus geteilter, wenn nicht sogar komplett anderer Meinung.

Der Automobilclub untersuchte in einem mehrmonatigen Projekt je ein BMW-Fahrzeug der Typen i3 und 320d, eine B-Klasse von Mercedes-Benz sowie eine Renault Zoe. Das ernüchternde, aber vor allem nachgewiesene Ergebnis: Die Hersteller sammeln vielfältige Daten, die unter anderem Rückschlüsse auf den technischen Zustand des Pkw oder das Nutzungsprofil des Fahrers zulassen.

Bei jedem Abschließen des Fahrzeugs werden beispielsweise Standort (Last State Call) und die im Navigationsgerät eingegebenen Ziele an den Hersteller übermittelt. Aber auch die Fahrzeiten auf der Landstraße oder der Autobahn werden gespeichert. Daneben werden Auf- und Entladungsprozesse der Batterie im Elektrofahrzeug mit Uhrzeit und Kilometerstand versehen und ebenfalls übermittelt. Die Liste der Beispiele ließe sich noch weiterführen.

Die Hersteller diskutierten das Problem bislang aber relativ entschieden beiseite: Man gebe keinen Daten weiter. Gespeichert werde auch nur, was individuell mit dem Kunden vereinbart worden sei. Eine Anfrage der „Zeit“ nach einer exemplarischen individuellen Vereinbarung blieb aber ebenso unbeantwortet, wie etliche weitere Versuche verschiedenster Medien.

Daimler – Das Motto Privacy by Design

Vollkommen ergebnislos sind die Datenschutzuntersuchungen aber wohl nicht verhallt: Vor wenigen Tagen hat der Daimler-Konzern mitgeteilt, dass die Daten ebenso sicher seien wie die Passagiere in den Fahrzeugen. Dies gelte speziell für Daten, die sich auf Daimler-Kunden beziehen.

„Als Hersteller von Premiumfahrzeugen hat unser Unternehmen den Anspruch, seine ausgeprägte Sicherheitskultur auf demselben hohen Niveau auch im digital vernetzten Fahrzeug umzusetzen. Wir müssen die steigenden Ansprüche der Kunden in Bezug auf die Kommunikation und Vernetzung im Fahrzeug und die hohe Erwartung vieler unserer Kunden an den Datenschutz in einem Mercedes erfüllen“, so Dr. Joachim Rieß, Konzernbeauftragter für den Datenschutz.

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