Ladeinfrastruktur BMW und Daimler machen gemeinsame Sache mit BP

Autor: Christoph Seyerlein

BP scheint es der deutschen Autoindustrie angetan zu haben. Kurz nach Volkswagen haben nun auch BMW und Daimler eine Zusammenarbeit mit den Briten verkündet. Wir zeigen, was das Trio konkret vorhat.

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Durch die Zusammenarbeit mit BP kann die Digital Charging Solutions GmbH ihren Kunden Zugang zu weiteren 8.700 Ladepunkten gewähren.
Durch die Zusammenarbeit mit BP kann die Digital Charging Solutions GmbH ihren Kunden Zugang zu weiteren 8.700 Ladepunkten gewähren.
(Bild: Daimler Mobility)

Ladeinfrastruktur für Elektroautos wird immer mehr zum Boom-Thema in Europa. Mit BMW und Daimler hatten am Dienstag auch zwei echte Auto-Schwergewichte Neuigkeiten im Gepäck. Die Konzerne kooperieren beim Laden künftig mit dem Energieunternehmen BP. Die Briten steigen mit 33,3 Prozent bei der Digital Charging Solutions GmbH (DCS) ein und sind damit gleichberechtigte Teilhaber neben den beiden deutschen Autobauern. Zu den finanziellen Rahmenbedingungen des Deals machten die Parteien keine Angaben. Kartellbehörden müssen das Geschäft noch absegnen.

Die DCS entwickelt digitale Ladelösungen für Automobilhersteller und Fuhrparkbetreiber in Europa. Sie steht hinter der Marke Charge Now, die BMW und Daimler gemeinsam ins Leben gerufen hatten. Das Ziel: Ladesäulen mit den Betriebssystemen von Autos verbinden. Aktuell umfasst das Netz der DCS über 228.000 Ladepunkte in 32 europäischen Ländern.

BP soll beim weiteren Ausbau helfen. Durch die Zusammenarbeit erhalten DCS-Kunden direkt Zugang zu 8.700 weiteren Ladepunkten, vor allem in Großbritannien und Deutschland. Bis 2030 wollen die Briten ihr Angebot auf insgesamt über 70.000 Lademöglichkeiten weltweit aufstocken. In Deutschland wird das vor allem an Aral-Tankstellen geschehen. Bis zum Jahresende soll es bundesweit 500 Ladepunkte mit bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung an Aral-Standorten geben.

Alle wollen mit BP

DCS will den neuen Anteilseigner aber auch als Katalysator für kombinierte Lade- und Tank-Angebote nutzen. Dabei hat das Unternehmen vor allem Fahrer von Plug-in-Hybriden als potenzielle Kunden im Blick.

BP scheint für die Autoindustrie immer mehr zu einem gefragten Partner zu werden. Erst kürzlich hatte Volkswagen angekündigt, gemeinsam mit den Briten rund 8.000 neue Schnellladepunkte in Europa schaffen zu wollen.

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Entwicklungsredakteur