Mikromobilität Berliner Scooter-Start-up Tier holt sich 60-Millionen-Kredit

Redakteur: Svenja Gelowicz

Tier holt sich eine Kreditfinanzierung von Goldman Sachs und stockt damit erneut das Budget für seine Expansionspläne auf. Das Mobilitätsunternehmen will das Geld nicht nur für Wachstum bei E-Scootern nutzen.

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E-Scooter des Mirkomobilitätsanbieters Tier.
E-Scooter des Mirkomobilitätsanbieters Tier.
(Bild: Tier)

Das Berliner Mikromobilitäts-Start-up Tier steuert seinen Kurs weiter in Richtung Wachstum. Erst im November hatte das Unternehmen 250 Millionen Dollar im Zuge einer Finanzierungsrunde eingesammelt, der japanische Investor Softbank trat dabei als Hauptkapitalgeber auf. Nun hat sich Tier bei dem Investmentbanking-Unternehmen Goldman Sachs eine Kreditfinanzierung in Höhe von 60 Millionen Dollar gesichert. Diese „Asset-Backed“-Finanzierung soll die Expansion der Berliner bei E-Scootern vorantreiben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Mit dem Kapital wolle Tier Wachstumsmärkte erschließen und neben Scootern auch stärker in E-Roller, E-Bikes und Mopeds investieren. Tier hatte im vergangenen Jahr um die 5.000 E-Motorroller der Bosch-Tochter Coup übernommen, die ihren Betrieb aufgab.

Außerdem will Tier mit dem Geld das eigene sogenannte „Energy Network“ voranzutreiben. Dabei will Tier Batterieladestationen im Einzelhandel installieren – neben Europa auch im Mittleren Osten. Nutzer können ihre Akkus dann in den Geschäften zum Laden abgeben.

Tier-Finanzchef Alex Gayer betonte, die Finanzierung sei eine bahnbrechende Premiere im Bereich der Mikromobilität. Tier wolle damit seine Marktführerschaft in Europa festigen.

Tier darf in London E-Scooter verleihen

Außerdem verkündet Tier, eine aktuelle Ausschreibung Londons für sich entschieden zu haben. Tier hat damit nun die Erlaubnis, als einer der Betreiber für E-Scooter-Angebote in der Metropole aufzutreten. Neben Tier haben noch die Anbieter Lime und Dott eine solche Betriebserlaubnis erhalten.

Der Scooter-Markt ist hart umkämpft. Erst vor kurzem hatte der estnische Billig-Anbieter Bolt den Einstieg in den deutschen Markt verkündet. Mit Kampfpreisen von nur fünf Cent pro Minute will das Start-up schnell Marktanteile erobern.

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