Mercedes-Benz Autonomer Truck könnte 2025 in Serie gehen

Redakteur: Peter Koller

Den Prototyp eines Lkw, der bis zu einem Tempo von 85 km/h autonom fahren kann, hat Mercedes-Benz vorgestellt. Die Technik könnte etwa 2025 in Serie gehen, hieß es.

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Mercedes-Benz Future Truck 2025 mit Dr. Wolfgang Bernhard
Mercedes-Benz Future Truck 2025 mit Dr. Wolfgang Bernhard
( Daimler AG)

Der „Mercedes-Benz Future Truck 2025“ verfügt über das Assistenzsystem „Highway Pilot“ und kann damit bei Autobahn-Geschwindigkeiten bis zu 85 km/h komplett selbstständig („autonom“) fahren. Auf einem Teilabschnitt der Autobahn A14 in der Nähe von Magdeburg lieferte Daimler Trucks den entsprechenden Beweis und zeigte den Future Truck im Einsatz bei realistischen Fahrsituationen. Der Future Truck 2025 nutzt dabei im Grunde die gleiche Technologie, die auch bei den Prototypen für autonome Personenwagen zum Einsatz kommt:

„Der ‚Future Truck 2025‘ ist unsere Antwort auf die großen Herausforderungen und Chancen, die der Straßentransport von Gütern in Zukunft mit sich bringt“, sagte Wolfgang Bernhard, Vorstand der Daimler AG für Lkw und Busse. Die umfassenden Vorteile eines autonom fahrenden Lkw liegen auf der Hand: Der Future Truck stehe für mehr Effizienz, Sicherheit und Vernetzung – und damit für nachhaltigeren Transport, von dem Wirtschaft, Gesellschaft und Verbraucher gleichermaßen profitierten. „Wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen für autonomes Fahren zügig geschaffen werden, ist eine Markteinführung des ‚Highway Pilot‘ Mitte des kommenden Jahrzehnts vorstellbar“, sagte Wolfgang Bernhard.

Güterverkehr auf der Straße wächst weiter

Die Experten von ProgTrans gehen in ihrer Studie „World Transport Reports“ von einer Steigerung des Güterverkehrs in der EU um rund 20 Prozent in den Jahren 2008 bis 2025 aus. Die Verteilung auf die Verkehrsmittel wird sich dabei nicht nennenswert ändern. Auch künftig werden rund drei Viertel aller Güter in der EU auf der Straße transportiert. Für Deutschland prognostiziert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eine Steigerung des Güterverkehrs von heute 3,7 auf fast 5,5 Milliarden Tonnen im Jahr 2050.

Schon heute ist Mercedes-Benz bei Assistenzsystemen in Lkw ein Vorreiter: Abstandsregeltempomaten, automatische Bremsassistenten, Stabilitätsregelungs- oder Spurhalteassistenten werden hundertausendfach installiert. Der neue „vorausschauende“ Tempomat „Predictive Powertrain Control“ vernetzt Informationen über Topographie und Streckenverlauf mit dem Antriebsstrang und sorgt so für eine kraftstoffsparende Fahrweise des Lkw.

In den kommenden Jahren werden zusätzliche und weiter verbesserte Assistenzsysteme Einzug im Lkw halten. Miteinander kommunizierend versetzen sie das Fahrzeug in die Lage, künftig insbesondere auf Autobahnen und Fernstraßen ohne Fahrereingriff zu fahren. Dieses hochintelligente Assistenzsystem „Highway Pilot“ ist mit einem Autopiloten vergleichbar – und damit der heute wohl am weitesten entwickelten Form autonomer Mobilität.

Optimierte Beschleunigungs- und Bremsphasen unterstützen einen homogenen Verkehrsfluss und senken Verbrauch und Emissionen des „Future Truck 2025“. Zugleich werden Transportzeiten kalkulierbarer. Miteinander kommunizierende Lkw benötigen darüber hinaus geringere Sicherheitsabstände, somit weniger Straßenfläche. Die Staugefahr sinkt, die staubedingten Kosten damit ebenfalls. Das niedrigere Unfallrisiko könnte günstigere Versicherungsprämien mit sich bringen, da unfallverursachende menschliche Fehler minimiert werden.

Autonomes Fahren: Chance für zukünftiges Berufsbild des Fahrers

Mit dem „Highway Pilot“ wird schließlich das Berufsbild des Lkw-Fahrers deutlich aufgewertet. Das System entlastet den Fahrer nicht nur von monotonen Tätigkeiten, vielmehr gewinnt dieser Zeit für Aufgaben, die beispielsweise bisher der Disposition vorbehalten sind. Der Beruf des Lkw-Fahrers wird attraktiver – autonomes Fahren ist deshalb auch eine Antwort auf den drohenden Fahrermangel.

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